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Themen, Thesen, Argumente

Die Bedeutung von politischem System, Politikfeldern und Beteiligungsangeboten für AfD- und Nicht-AfD-Wähler im Vergleich
  • Tim GensheimerEmail author
  • Rolf Frankenberger
Chapter

Zusammenfassung

Wie beurteilen Bürgerinnen und Bürger das politische System Deutschlands, welche Themen und Probleme sind für sie aktuell politisch relevant und wie bewerten sie die Möglichkeiten, am politischen System teilzuhaben? Auf der Basis von 109 qualitativen Interviews wurden dabei 42 Anhängerinnen und Anhänger der Partei Alternative für Deutschland (AfD) mit 67 Bürgerinnen und Bürgern verglichen, die andere Parteipräferenzen äußerten. Dabei wird deutlich, wie stark das von der AfD beförderte populistische Anti-Establishment-Narrativ bereits in den Köpfen der Menschen verankert ist und die Sichtweise auf unterschiedlichste Probleme lenkt. AfD-Wähler sind deutlich unzufriedener mit dem politischen System und der darin verankerten repräsentativen Demokratie als die Kontrollgruppe. Treiber dieser Unzufriedenheit sind erstens das wahrgenommene Fehlen von Partizipationsmöglichkeiten und dabei insbesondere fehlende Formen direkter Demokratie, zweitens die mangelnde Fähigkeit des politischen Systems und seiner Akteure „da oben“ auf die Belange des Volkes „da unten“ einzugehen sowie drittens eine als gefährdet wahrgenommene systemische Meinungsfreiheit. Auch bei den subjektiv wichtigsten politischen Problemen wie Migration, Meinungsfreiheit und Gerechtigkeit finden sich starke Unterschiede. Dabei wird einerseits deutlich, wie stark das Agenda-Setting der AfD und das rhetorische Framing von Themen wie Meinungsfreiheit („Lügenpresse“) und europäischer Integration bei ihren Wählern verfängt. Andererseits lässt sich eine diskursive Spaltung zwischen den beiden Gruppen identifizieren, denn es sind kaum ähnliche Themen salient und wenn dies doch zutrifft, kann man sich nicht auf eine gemeinsame Diskussionsgrundlage berufen.

Schlüsselwörter

Demokratie Partizipation Unzufriedenheit Alternative für Deutschland (AfD) Populismus Direkte Demokratie Polarisierung 

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Literatur

  1. Frankenberger, R., Buhr, D., und J. Schmid. 2015. Politische Lebenswelten. Eine qualitative Studie zu politischen Einstellungen und Beteiligungsorientierungen in ausgewählten Kommunen in Baden-Württemberg.“ In Demokratie-Monitoring Baden-Württemberg 2013/14. Hrsg. Baden-Württemberg Stiftung, 151–221. Wiesbaden: Springer VS.Google Scholar
  2. Schmidt, Manfred G. 2010. Wörterbuch zur Politik. 2., vollst. überarb. und erw. Aufl. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Forschungsinstitut für Arbeit, Technik und Kultur e.V.Universität TübingenTübingenDeutschland
  2. 2.Institut für PolitikwissenschaftUniversität TübingenTübingenDeutschland

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