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Die Analyse von Nutzen – ein integriertes Modell der Nutzenstrukturierung oder Nachdenken über die Ambivalenz des Subjekts in der Nutzer*innenforschung

  • Anne van RießenEmail author
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Zusammenfassung

Im folgenden Beitrag argumentiert die Autorin, dass ein integriertes Modell der Nutzenstrukturierung es ermöglicht, die Wirklichkeitsdarstellungen der Nutzer*innen nicht als allgemeingültig zu verstehen, sondern diese als aktiv von ihnen hergestellte Konstruktion ihrer subjektiven Erfahrungs- und Erlebnisweisen im Rahmen gesellschaftlicher Kontexte zu interpretieren. Mit der Vorgehensweise des hier vorgeschlagenen integrierten Modells der Kontextualisierung werden so institutionelle und gesellschaftliche Bedingungen nicht ausgeblendet, sondern daraufhin befragt, ob und wie sie einen potenziellen Nutzen strukturieren. So wird deutlich, dass es eines dialektischen oder doppelten Subjektbegriffs in der Nutzer*innenforschung bedarf, der Produzent*innen- wie Bürger*innenstatus ernst nimmt und deren Voraussetzungen als auch die historisch- und kulturell-spezifischen Subjektivierungspraxen berücksichtigt.

Schlüsselwörter

Nutzerforschung Subjekt Analyse Relevanzkontexte Gesellschaftliche Kontextualisierung Soziale Arbeit Nutzenstrukturierende Bedingungen 

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Authors and Affiliations

  1. 1.Hochschule DüsseldorfDüsseldorfDeutschland

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