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Lehren aus der (Nicht-)Nutzung von Schuldenberatung?

  • Kerstin Herzog
Chapter

Zusammenfassung

Der Artikel verortet die (Nicht-)Nutzungsforschung im Kontext subjektorientierter Forschungsansätze. Nach einigen allgemeinen theoretischen Vorbemerkungen zur Forschungsperspektive wird Bezug auf eine Studie zur Nichtnutzung von Schuldenberatung genommen. Die Autorin erläutert, ausgehend vom Alltag in schwierigen finanziellen Situationen, dass institutionalisierte Angebote wie die Schuldenberatung von den Alltagsakteur*innen durch die von ihnen hinzugesetzte Arbeit erst nutzbar gemacht werden. Dabei können sich die so erarbeiteten Ressourcen von dem unterscheiden, was aus fachlicher Sicht angeboten wird. Sichtbar wird auch, dass die Nichtnutzung von Schuldenberatung resp. Angeboten der öffentlichen Wohlfahrt vom Alltag ausgehend eine Bearbeitungsstrategie sein kann, die entlang der Situationsanalyse der Alltagsakteur*innen „angemessen“ erscheint. Abschließend werden Perspektiven angedeutet, um die Forschungsergebnisse mit der bestehenden Praxis in einen Dialog zu bringen.

Schlüsselwörter

(Nicht-)Nutzungsforschung Nutzbarmachung Zugänglichkeit Nichtnutzung Alltag Schuldenberatung Schulden 

Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2020

Authors and Affiliations

  • Kerstin Herzog
    • 1
  1. 1.BASF Stiftung, Schulden- und InsolvenzberatungLudwigshafenDeutschland

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