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Behinderung als Möglichkeitsraum an der Universität – Aspekte inklusiver, diskriminierungskritischer Lehre

  • Heike RaabEmail author
Chapter
Part of the Prekarisierung und soziale Entkopplung – transdisziplinäre Studien book series (PSETS)

Zusammenfassung

In diesem Beitrag soll ‚Behinderung‘ als Möglichkeitsraum an Hochschulen und Universitäten diskutiert werden. Bezugspunkt ist die Debatte um eine inklusive Hochschule (Klein 2016; Dannenbeck & Dorrance, Inklusionssensible Hochschule: Grundlagen, Ansätze und Konzepte für Hochschuldidaktik und Organisationsentwicklung, Klinkhardt, Bad Heilbrunn, 2016) und hier besonders Fragen zur inklusiven Lehre an Hochschulen. Ausgehend davon möchte ich Hochschule als Wissenschaftskultur diskutieren. Diesbezüglich rekurriere ich auf ein Verständnis von Hochschule, welches Hochschule erstens als Institution begreift, zweitens Institutionen kulturwissenschaftlich deutet. Maßgebliches Erkenntnisinteresse einer kulturwissenschaftlichen Sicht auf Institutionen sind In-/Exklusionsprozesse, die in Institutionen stattfinden. Insofern sollen Prozesse der In-/Exklusion unter Bedingungen von Inklusion an Hochschulen analysiert werden. Im Rahmen dessen bildet Mehrfachzugehörigkeit (Zu dieser Thematik gehören auch alle Formen von chronischer und psychischer Erkrankung.) einen Schwerpunkt. In diesem Kontext wird sich die feministische Intersektionalitätsdebatte (Winker & Degele, Intersektionalität: Zur Analyse sozialer Ungleichheiten (Sozialtheorie), Transcript, Bielefeld, 2010; Lutz et al., Fokus Intersektionalität: Bewegungen und Verortungen eines vielschichtigen Konzeptes, VS Springer, Wiesbaden, 2012) sowie auf die Disability Studies bezogen.

Schlüsselwörter

Intersektionalität Inklusion Disability Studies Behinderung Geschlecht Hochschullehre Hochschule Universität Barrierefreiheit Normalisierung 

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Authors and Affiliations

  1. 1.GenderKompetenzZentrumBerlinDeutschland

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