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Die „Guten“ in den Arbeitsmarkt, die „Schlechten“ ins Abschiebezentrum

Selektionsgrundlagen der neuen symbolischen Ordnung der (Nicht-)Aufnahme von Geflüchteten
  • Anne-Kathrin WillEmail author
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Zusammenfassung

In der 18. Legislaturperiode von 2013 bis 2017 wurden zwölf Gesetze erlassen, die den Bereich humanitären Aufenthalts nachhaltig umgestaltet haben. Mit dem Sommer der Migration 2015 nahmen die Gesetzgebungsverfahren zu, wiesen kürzere Diskussions- und Beschlusszeiten auf und beinhalteten zunehmend Restriktionen für Geflüchtete. Sie führten Selektionstechniken ein, die anhand von Staatsangehörigkeit und entsprechender Schutzquote „gute“ und „schlechte“ Bleibeperspektiven annehmen. Diese bestimmen den Zugang zu Ressourcen wie Deutschkurse, Arbeitsmöglichkeiten und -vermittlung, Bildung und Wohnraum. Die Gewährung leistungsbasierter Aufenthaltsrechte wurde parallel ausgeweitet, so dass die Ordnung des humanitären Aufenthalts nunmehr durch Staatsangehörigkeit, (Integrations-)Leistung sowie Mitwirkungspflichtverletzung/Straffälligkeit strukturiert ist.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Humboldt-Universität zu BerlinBerlinDeutschland

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