Advertisement

Partizipatives Forschen mit SchülerInnen als Empowerment – Erfahrungen aus dem Projekt „Who cares?“

  • Gert DresselEmail author
  • Elisabeth Reitinger
  • Barbara Pichler
  • Katharina Heimerl
  • Klaus Wegleitner
Chapter

Zusammenfassung

Für partizipativ orientierte Forschungs-Bildungs-Kooperationen sind systemische Spannungsfelder zwischen Universität und Schule geradezu konstituierend. Aufgelöst werden können sie aber nicht. Am Beispiel von Forschungserfahrungen im Projekt „Who Cares?“ werden solcherart Spannungsfelder benannt, analysiert und in einem weiteren Schritt Möglichkeiten beschrieben, wie mit ihnen (z. B. Lernen zwischen Reproduktion und Innovation, Umgang mit knapper Zeit, Partizipation unter hierarchischen Bedingungen, Freiwilligkeit und Pflichtunterricht, Mehrsprachigkeit) umgegangen werden kann. „Gleichberechtigte Teilnahme“, „dialogisches Erzählen“ und das „Konzipieren von machbaren Projekten“ werden als Methoden dargestellt, die zum Gelingen trotz widersprüchlicher Systembedingungen beitragen können. Ein zentrales Ergebnis des partizipativen Interventionsprojektes stellt „Empowerment durch die Erfahrung von Partizipation“ dar, das gerade für den gesellschaftlich nach wie vor abgewerteten Bereich von Care relevant ist. SchülerInnen konnten im Rahmen des Projektes Selbstwirksamkeit erfahren und eine forschende Haltung einüben.

Schlüsselwörter

Forschungs-Bildungs-Kooperation Empowerment Care Partizipative Methoden Dialog 

Literatur

  1. Alheit, P. (1993). Transitorische Bildungsprozesse. Das „biographische Paradigma“ in der Weiterbildung. In W. Mader (Hrsg.), Weiterbildung und Gesellschaft. Theoretische Modelle und politische Perspektiven (S. 343–416). Bremen: Universität Bremen.Google Scholar
  2. Apitzsch, U. (2003). Migrationsbiographien als Orte transnationaler Räume. In U. Apitzsch, & M. M. Jansen (Hrsg.), Migration, Biographie und Geschlechterverhältnisse (S. 65–80). Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  3. Bergold, J., & Thomas, S. (2010). Partizipative Forschung. In G. Mey & K. Mruck (Hrsg.), Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie (S. 333–344). Wiesbaden: VS Verlag.CrossRefGoogle Scholar
  4. Bister, M. D., Felt, U., Strassnig, M., & Wagner, U. (2008). Zeit und Partizipation im transdisziplinären Forschungsprozess. In E. Reitinger (Hrsg.), Transdisziplinäre Praxis – Forschen im Sozial- und Gesundheitssystem (S. 36–47). Heidelberg: Carl-Auer.Google Scholar
  5. de Certeau, M. (1998). Die Kunst des Handelns. Berlin: Merve.Google Scholar
  6. Dressel, G. (1996). Historische Anthropologie. Eine Einführung. Wien: Böhlau.CrossRefGoogle Scholar
  7. Dressel, G. (2012). Erzählungen in einer Region. Erinnerungsdiskurse, Interventionen und Lernprozesse. In M. Arnold, G. Dressel, & W. Viehöver (Hrsg.), Erzählungen im Öffentlichen. Über die Wirkung narrativer Diskurse (S. 219–248). Wiesbaden: VS Springer.CrossRefGoogle Scholar
  8. Dressel, G., & Novy, K. (2009). Vergessen gehört zum Erinnern. „So etwas gibt sehr viel, wenn man sprechen kann“. Biografiearbeit als Bildungsarbeit. tools Österreichische Fachzeitschrift für Erwachsenenbildung. Heft, 49, 8–10.Google Scholar
  9. Han, B.-C. (2016). Die Austreibung des Anderen. Gesellschaft, Wahrnehmung und Kommunikation heute. Frankfurt a. M.: Fischer.Google Scholar
  10. Heimerl, K., Dressel, G., Winiwarter, V. & Berger, W. (2014). Doing Inter- und Transdisziplinarität. In G. Dressel, W. Berger, K. Heimerl, & V. Winiwarter (Hrsg.), Interdisziplinär und transdisziplinär forschen. Praktiken und Methoden (S. 297–312). Bielefeld: transcript.Google Scholar
  11. Heimerl, K., Wegleitner, K., & Reitinger, E. (2015). Organisationsethik in Palliative Care. Von Caring Institutions und Compassionate Communities. Forum Supervision, 23(45), 63–73.Google Scholar
  12. Klie, T. (2014). Wen kümmern die Alten? Auf dem Weg in eine sorgende Gesellschaft. München: Pattloch.Google Scholar
  13. Klinger, C. (2013). Krise war immer … Lebenssorge und geschlechtliche Arbeitsteilungen in sozialphilosophischer und kapitalismuskritischer Perspektive. In E. Appelt, B. Aulenbacher, & A. Wetterer (Hrsg.), Gesellschaft. Feministische Krisendiagnosen. (S. 82–104). Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  14. Kohn, J. & Caduff, U. (2010). Erzählcafés leiten. Biografiearbeit mit alten Menschen. In B. Haupert, S. Schilling, & S. Maurer (Hrsg.), Biografiearbeit und Biografieforschung in der Sozialen Arbeit. Beiträge zu einer rekonstruktiven Perspektive sozialer Professionen (S. 193–216). Bern: Peter Lang.Google Scholar
  15. Krainz, E. & Ukowitz, M. (2014). Produktive Irritation. Differenzen in der transdisziplinären Forschung handhaben. In G. Dressel, W. Berger, K. Heimerl, & V. Winiwarter (Hrsg.), Interdisziplinär und transdisziplinär forschen. Praktiken und Methoden (S. 90–101). Bielefeld: transcript.Google Scholar
  16. Krenn, M. & Papouschek, U. (2006). „…ja, was willst du viel mitbestimmen?“ – Partizipationschancen im entgrenzten Arbeitsfeld mobile Pflege. ÖZS, 31(2), 6–28.CrossRefGoogle Scholar
  17. Mauerer, G. (2016). Frauengesundheit und Wohlbefinden? Eine gender- und gesellschaftspolitische Betrachtung zu Frauen in Gesundheitsberufen: Nachwirkungen patriarchaler Denk- und Handlungsmuster mit Fokus auf die (Weiter)Entwicklung zukünftiger feministischer Potentiale. Reihe feminismen diskutieren. https://www.vfw.or.at/wp-content/uploads/2016/01/Mauerer_Frauengesundheit-und-Wohlbefinden_01_2016.pdf.
  18. Mayer, H. (2015). Pflegeforschung anwenden. Elemente und Basiswissen für das Studium (4. Aufl.). Wien: Facultas.Google Scholar
  19. Nowotny, H. (2005). Unersättliche Neugier. Innovation in einer fragilen Zukunft. Berlin: Kadmos.Google Scholar
  20. Pichler, B., Traunsteiner, B., Reitinger, E., Dressel, G. & Heimerl, K. (2016). Who cares? – Partizipative Forschung mit SchülerInnen als Empowerment. Poster: Integrierte Gesundheit – Integrierte Versorgung. 19. wissenschaftliche Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Public Health (ÖGPH).Google Scholar
  21. Pleschberger, S. (2005). Nur nicht zur Last fallen. Sterben in Würde aus der Sicht alter Menschen in Pflegeheimen. Freiburg im Breisgau: Lambertus.Google Scholar
  22. Reitinger, E., Krainer, L., Zepke, G. & Lehner E. (2014). Kommunikation beobachten, ihr einen Rahmen geben und sie reflektieren. In G. Dressel, W. Berger, K. Heimerl, & V. Winiwarter (Hrsg.), Interdisziplinär und transdisziplinär forschen. Praktiken und Methoden (S. 135–149). Bielefeld: transcript.Google Scholar
  23. Reitinger, E., Dressel, G. & Pichler, B. (2016). Who cares? Wen kümmert’s? Szenen und Kulturen des Sorgens. Kursbuch palliative care 13/2016. Wien: Institut für Palliative Care und OrganisationsEthik der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Wien, Graz.Google Scholar
  24. Riegraf, B. (2000). Organisationswandel, Organisationslernen und das Geschlechterverhältnis. In I. Lenz, H. M. Nickel, & B. Riegraf (Hrsg.), Geschlecht – Arbeit – Zukunft (S. 159–170). Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  25. Schmidt, E. R., & Berg, H. G. (2004). Beraten mit Kontakt. Offenbach: Gabal.Google Scholar
  26. Tronto, J. (2013). Caring democracy. Markets, equality, and justice. New York: New York University Press.Google Scholar
  27. Tsirigotis, C. (2011). Empowermentprozesse anregen – Fördern – Begleiten. Systemische Arbeitsweisen. In A. Lenz (Hrsg.), Empowerment. Handbuch für die ressourcenorientierte Praxis (S. 161–182). Tübingen: dgvt.Google Scholar
  28. Unger, H. von. (2012). Partizipative Gesundheitsforschung: Wer partizipiert woran? Forum Qualitative Sozialforschung/Forum: Qualitative Social Research, 13(1), Art. 7. http://nbn-resolving.de/um:nbn:de:0114-fqs120176.
  29. Viehöver, W. (2001). Diskurse als Narration. In R. Keller, A. Hirseland, W. Schneider, & W. Viehöver (Hrsg.), Handbuch, Sozialwissenschaftliche Diskursanalyse: Bd 1. Theorien und Methoden (S. 177–206). Opladen: Leske + Budrich.CrossRefGoogle Scholar
  30. Wegleitner, K., Heimerl, K., Reitinger, E., Wappelshammer, E., Plunger, P., & Schuchter, P. (2016). Partizipative Forschung in Palliative- und Dementia Care als Beitrag zur Demokratisierung der Sorge. In R. E. Lerchster & L. Krainer (Hrsg.), Interventionsforschung: Bd 2. Anliegen, Potentiale und Grenzen transdisziplinärer Wissenschaft (S. 31–62). Wiesbaden: VS Springer.CrossRefGoogle Scholar
  31. Wetzelhütter, D., Paseka, A. & Bacher, J. (2013). Partizipation in der Organisation Schule aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler. In S. M. Weber, M. Göhlich, A. Schröer, C. Fahrenwald, & H. Macha (Hrsg.), Organisation und Partizipation. Beiträge der Kommission Organisationspädagogik (S. 157–166). Wiesbaden: VS Springer.Google Scholar
  32. Wieser, B., Brechelmacher, A., & Schendl, G. (2014). Identitäten und Rollen in inter- und transdisziplinärer Forschung und Lehre finden. In G. Dressel, W. Berger, K. Heimerl, & V. Winiwarter (Hrsg.), Interdisziplinär und transdisziplinär forschen. Praktiken und Methoden (S. 151–164). Bielefeld: transcript.Google Scholar
  33. Wöhrer, V. & Höcher, B. (2012). Tricks of the Trade—Negotiations and Dealings between Researchers, Teachers and Students. Forum Qualitative Sozialforschung/Forum: Qualitative Social Research, 13(1), Art. 16. http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs1201164.
  34. Wright, M. T. (2012). Partizipative Gesundheitsforschung als wissenschaftliche Grundlage für eine partizipative Praxis. In R. Rosenbrock & S. Hartung (Hrsg.), Handbuch Partizipation und Gesundheit (S. 418–428). Bern: Hans Huber.Google Scholar
  35. Zepke, G. (2008). Kommunikationsarchitekturen in der transdisziplinären Forschung. Zur Besonderheit einer transdisziplinären Methodologie. In E. Reitinger (Hrsg.), Transdisziplinäre Praxis. Forschen im Sozial- und Gesundheitssystem (S. 167–177). Heidelberg: Carl-Auer.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Gert Dressel
    • 1
    Email author
  • Elisabeth Reitinger
    • 2
  • Barbara Pichler
    • 2
  • Katharina Heimerl
    • 2
  • Klaus Wegleitner
    • 3
  1. 1.Alpen-Adria-Universität KlagenfurtWienÖsterreich
  2. 2.Universität WienWienÖsterreich
  3. 3.Karl-Franzens-Universität GrazGrazÖsterreich

Personalised recommendations