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Soziale Differenzierung = soziale Ungleichheit? Eine lebensweltanalytische Ethnographie im Sportklettern unter Berücksichtigung der Nullhypothese

  • Babette KirchnerEmail author
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Part of the Erlebniswelten book series (ERLEB)

Zusammenfassung

Im Sportklettern werden Teilhabeoptionen wie auch -positionen über Leistung verhandelt. So werden Individuen nach körperlichen (und vermeintlich geschlechtlichen) Fähigkeiten, Wissensbeständen und Motivationslagen differenziert. Anhand einer Akteurstypisierung stellt die Autorin dar, dass soziale Ordnung über Bewegungskompetenz hergestellt wird und Geschlechtermuster – zusätzlich oder stattdessen – relevant gemacht werden. Mit steigendem Können rücken zwar Geschlechterdifferenzierungen in den Hintergrund. Dennoch werden sie rasch reaktiviert, sobald Menschen Kompetenzdifferenzen (noch) nicht anders erklären können. Geschlechtliche oder geschlechtslose Differenzierung wird somit selten absichtsvoll zur geschlechtlichen Diskriminierung eingesetzt, jedoch kann sie einen solchen Effekt haben.

Schlüsselwörter

Sportklettern Körper Geschlecht Ethnographie Bewegungskompetenz 

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Authors and Affiliations

  1. 1.DortmundDeutschland

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