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„Frauen und Fahnen in die Mitte“ – Ultraspezifische Artefakte und ihre Bedeutung für eine Konstruktion von Geschlecht

  • Judith von der HeydeEmail author
Chapter
Part of the Erlebniswelten book series (ERLEB)

Zusammenfassung

Der Beitrag schlägt eine praxistheoretische Betrachtungsweise jugendszenischer Artefakte vor. Mit dieser theoretischen Brille ist es möglich die Zusammenhänge von Praktiken, Artefakten und Geschlechterkonstruktionen zu rekonstruieren. Ausgehend von ethnographischem Datenmaterial zeigt dieser Beitrag wie zwei jungen Frauen in einer sonst aus männlichen Mitgliedern bestehenden Ultragruppe ihr Geschlecht konstruieren und damit gleichzeitig ihr doing ultra verkörpern. Daran kann deutlich gemacht werden, dass ein mit Artefakten verbundenes Praxiswissen Körper dazu befähigt zwei Praxiskomplexe miteinander zu verbinden. Geschlechterpraxis kann dabei Ultrapraxis sein und umgekehrt. Artefakte tragen demnach verschiedene Wissensbestände in sich.

Schlüsselwörter

Praxistheorie Artefakte Ultraszene Doing gender Weiblichkeitskonstruktion Praxisarrangements 

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Authors and Affiliations

  1. 1.OsnabrückDeutschland

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