Die Entwicklung des Opferschutzes in Deutschland

Chapter

Zusammenfassung

Hilfe speziell für Kriminalitätsopfer begann in Deutschland 1976. Der „Weiße Ring“ bot Opfern sämtlicher Delikte Unterstützung durch Ehrenamtliche. Initiativen aus der autonomen Frauenbewegung halfen nach sexueller Gewalt gegen Frauen. Seit den 1980er Jahren sind von mehreren Landesjustizverwaltungen getragene professionelle Einrichtungen hinzugetreten. Die Opferhilfe stellt sich in den Ländern sehr unterschiedlich dar; Übersicht bietet die Datenbank „ODABS“ der KrimZ.Im Strafverfahren stärkten zahlreiche Gesetzesänderungen die Stellung der Opfer vor Gericht, zuletzt durch die seit 2017 eingeführte „Psychosoziale Prozessbegleitung“. Forschungsergebnisse zur Bewertung der opferfreundlichen Neuregelungen fehlen weitgehend.

Die verschiedenen Opferhilfen erfreuen sich zwar, außer bei zahlreichen Verteidigern, großer Akzeptanz bei den Betroffenen und Gerichten, mehr empirische Evidenz über ihre Arbeitsweisen und Resultate müsste indes dringend gewonnen werden.

Schlüsselwörter

ado Frauenhäuser ODABS Opferhilfe Psychosoziale Prozessbegleitung Weißer Ring Wildwasser 

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Barre, K. M. (2001). Therapie von einsatzbedingten Posttraumatischen Belastungsstörungen: zwei Fallbeispiele. In K. Puzicha, H. D. Hansen & W. Weber (Hrsg.), Psychologie für Einsatz und Notfall, 383 – 391.Google Scholar
  2. Baurmann, M., & Schädler, W. (1999). Das Opfer nach der Straftat – seine Erwartungen und Perspektiven. Schriftenreihe des Bundeskriminalamtes, Bd. 22. Wiesbaden.Google Scholar
  3. Bock, S. (2013). Das europäische Opferrechtspaket: Zwischen substantiellem Fortschritt und blindem Aktionismus. Zeitschrift für internationale Strafrechtsdogmatik, 4, 201 – 211.Google Scholar
  4. Brückner, M. (2010). Erfolg und Eigensinn – Zur Geschichte der Frauenhäuser. In M. Bereswill & G. Stecklina (Hrsg.), Geschlechterperspektiven für die Soziale Arbeit. Weinheim/München: Beltz Juventa.Google Scholar
  5. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2013). Bericht der Bundesregierung zur Situation der Frauenhäuser, Fachberatungsstellen und anderer Unterstützungsangebote für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder. Berlin.Google Scholar
  6. Duve, T. (1996). Die Hexenjäger(innen). Anmerkungen zum Thema Kindesmissbrauch. Spiegel-Spezial, 8.Google Scholar
  7. Hanauer Hilfe e. V. (Hrsg.). (2009). Die Entwicklung professioneller Opferhilfe. 25 Jahre Hanauer Hilfe. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  8. Hermann, J. (2010). Die Entwicklung des Opferschutzes im deutschen Strafrecht und Strafprozessrecht – Eine unendliche Geschichte. Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik, 3, 236 – 245.Google Scholar
  9. Holznagel, I. (2017). Deutschland, ein Paradies für Menschenhändler. Betrifft Justiz, 130, 65 – 69.Google Scholar
  10. Jungnitz, L., Lenz, H.-J., Puchert, R., & Puhe, H. (2004). Gewalt gegen Männer. Personale Gewaltwiderfahrnisse von Männern in Deutschland. Pilotstudie im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin.Google Scholar
  11. Kavemann, B., & Lohstöter, I. (1984). Väter als Täter. Reinbek: Rowohlt.Google Scholar
  12. Leuschner, F., & Schwanengel, C. (2015). Atlas der Opferhilfen in Deutschland. Schriftenreihe „Kriminologie und Praxis“ der Kriminologischen Zentralstelle, Bd. 69. Wiesbaden.Google Scholar
  13. Malek, K. (2011). Abschied von der Wahrheitssuche. Strafverteidiger, 9, 559 – 567.Google Scholar
  14. Müller, U., & Schröttler, M. (2004). Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland. Repräsentative Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums. Berlin.Google Scholar
  15. Neuhaus, R. (2017). Die Psychosoziale Prozessbegleitung nach dem 3. ORRG: Ein verhängnisvoller Irrweg. Strafverteidiger, 1, 55 – 64.Google Scholar
  16. Opferperspektive e. V. (Hrsg.). (2013). Rassistische Diskriminierung und rechte Gewalt. Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  17. Palandt, O., & Brudermüller, G. (2017). Gewaltschutzgesetz. In O. Palandt (Hrsg.), Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, 76. Aufl. München: Beck.Google Scholar
  18. Pollähne, H. (2016). Zu viel geopfert? Strafverteidiger, 10, 671 – 678.Google Scholar
  19. Weisser Ring (Hrsg.). (2016). Jahresbericht 2015/16. Präventiv handeln. http://weisserring.de/sites/default/files/domains/weisser_ring_dev/downloads/neuwerdejahresbericht2015-16.pdf. Zugegriffen: 21. Juni 2017.
  20. Zimmermann, E. (1969). Das unsichtbare Netz – Rapport für Freunde und Feinde. München: Südwest.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.BerlinDeutschland

Personalised recommendations