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„Topsy-Turvy“ – Mit dem Künstlerisch- Experimentellen Prozessportfolio (KEPP) Perspektivwechsel inszenieren und reflektieren

  • Christina InthoffEmail author
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Zusammenfassung

Reflexivität gilt als Grundvoraussetzung lebenslangen Lernens. Als solche ist Reflexivität ein übergeordnetes Bildungsziel und fest mit Ansätzen konstruktivistischer Lerntheorien sowie den Diskursen zum Wandel der Lernkultur verankert. Der Artikel geht von der Annahme aus, dass Fähigkeiten zur Reflexion als Perspektivwechsel angebahnt und befördert werden können. Künstlerisch motivierte Perspektivwechsel sind fester Bestandteil einer fachdidaktischen Tradition in der Ästhetischen Bildung. Um Reflexivität im Lernprozess über vielfältige Erfahrungen des Perspektivwechsels zu fördern, wurde von der Autorin das Künstlerisch- Experimentelle Prozessportfolio (KEPP) entwickelt. Kunstunterricht mit dem KEPP zeichnet sich durch eine Orientierung am Regelbruch, am Perspektivwechsel und am kritischen Denken aus. Das Topsy-Turvy-Prinzip bündelt die leitenden theoretischen und didaktischen Annahmen der Konzeption des KEPPs. Im folgenden Beitrag wird die KEPP-Konzeption mittels des Topsy-Turvy-Prinzips vorgestellt und es werden Einblicke in das Forschungsprojekt der Autorin gegeben. Zentral werden dabei die Merkmale performativ, vernetzt und materialisiert in ihrer handlungsleitenden Funktion für die Entwicklung des Unterrichtsdesigns beschrieben und deren Resonanz am Beispiel von zwei Lernerartefakten exemplarisch analysiert.

Schlüsselwörter:

Portfolioarbeit Kunstunterricht Reflexivität Perspektivwechsel performativ vernetzt materialisiert Diversität 

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Authors and Affiliations

  1. 1.Fachbereich 9: KulturwissenschaftenUniversität BremenBremenDeutschland

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