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Das GOODBOT-Projekt

  • Oliver BendelEmail author
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Zusammenfassung

Im GOODBOT-Projekt von 2013 ging es darum, einen Chatbot so zu verbessern, dass er in bestimmten Situationen (z. B. wenn der Benutzer persönliche bzw. psychische Probleme hat oder sogar Selbstmordabsichten äußert) möglichst angemessen reagiert. Der Chatbot sollte in gewissem Sinne gut sein, seine Absichten sollten gut sein, seine Verhaltensweisen. Dem Benutzer sollte es bei der Unterhaltung gut gehen – oder sogar besser als vorher. Der vorliegende Beitrag schildert die Hintergründe, Überlegungen und Ergebnisse des mehrmonatigen Projekts, das an der Hochschule für Wirtschaft FHNW durchgeführt wurde. Der GOODBOT wird als einfache moralische Maschine aufgefasst. Wichtig sind Funktionen wie Abfrage von Grunddaten des Benutzers und mehrstufige Eskalation – je mehr Hinweise der Benutzer darauf gibt, dass es ihm schlecht geht, desto mehr ist der GOODBOT bemüht, ihm zu helfen. Je mehr Wörter oder Satzteile im Gespräch vorkommen, die zum Beispiel auf seelische Not hindeuten, desto eher wird der GOODBOT eine Notfallnummer nennen und den Benutzer dazu ermuntern, menschliche Hilfe zu holen. Der GOODBOT wurde als Prototyp entwickelt. Ein fertiges Produkt könnte als Referenz und Basis für Chatbots und Sprachassistenten aller Art dienen, seien es virtuelle Berater auf kommerziellen Websites, seien es explizite Angebote der Jugendhilfe.

Schlüsselwörter

Maschinenethik Chatbot Moralische Maschine Unmoralische Maschine GOODBOT 

Literatur

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Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für WirtschaftsinformatikHochschule für Wirtschaft FHNWWindischSchweiz

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