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Totalität und subjektiver Faktor als Methode

  • Tatjana FreytagEmail author
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Zusammenfassung

Die im vorliegenden Aufsatz als Methode der klassischen Kritischen Theorie aufgefasste Synthese von Totalität und Subjektivität wurzelt zum einen in der Dialektik der Hegelschen Erkenntnistheorie, zum anderen aber im fundamentalen Gegensatz von Individuum und Gesellschaft, wie er sich empirisch als Kennzeichen der modernen bürgerlichen Massengesellschaft herausgebildet hat. Der diese Gesellschaft formende und durchwirkende Kapitalismus bzw. Spätkapitalismus des 20. Jahrhunderts spitzte diesen Gegensatz zu, mithin den Untergang des Individuums in der Totalität und sein Verkommen zum Exemplar. Gerade das Zeitalter, das sich das autonome Subjekt zum Ideal erhoben hatte, zeitigte jene Strukturen, die in der zunehmenden Entindividualisierung des Individuums mündeten. Dies zu ergründen, nahmen sich die Denker der klassischen Kritischen Theorie vor. Die Verschwisterung des „Eindimensionalen Menschen“ und der „Negativen Dialektik“ auf der Grundlage der Erkenntnisse der „Dialektik der Aufklärung“ und der „Kritik der instrumentellen Vernunft“ bildeten dabei die Grundlage für ihre Theoriebildung und der Methode ihrer Forschung.

Schlüsselwörter

Allgemeine/Besondere Eindimensionalität Individuum Exemplar Negation Totalität Vergesellschaftung Vermittlung Vorrang des Objekts 

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Authors and Affiliations

  1. 1.Abteilung Allgemeine ErziehungswissStiftung Universität HildesheimHildesheimDeutschland

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