Advertisement

Organisation und Geschlecht: wie Geschlechterasymmetrien (re)produziert und erklärt werden

  • Birgit RiegrafEmail author
Chapter
Part of the Geschlecht und Gesellschaft book series (GUG, volume 65)

Zusammenfassung

Ausgehend vom US-amerikanischen Diskussionskontext wächst auch im deutschsprachigen Raum seit den 1980er-Jahren das Interesse an der Frage, wie über Organisationen Geschlechterasymmetrien (re)produziert werden und welche Handlungs- und Gestaltungsspielräume Organisationen bei der Herstellung von Geschlechtersymmetrien haben. Eine zentrale Ausgangsfrage der Debatte lautet, ob Organisationen als grundlegend vergeschlechtlicht anzusehen sind oder ob sie von ihren Grundstrukturen eher als geschlechtsneutral gelten können. Der Artikel gibt einen Einblick in die grundlegenden Entwicklungslinien und Weichenstellungen des Forschungsfeldes sowie einen Ausblick auf zukünftige Forschungsfelder.

Schlüsselwörter

Feministische Organisationsforschung Organisation Geschlecht Segregation Organisationswandel Gleichstellungspolitiken 

Literatur

  1. Acker, Joan. 1990. Hierarchies, jobs, bodies: A theory of gendered organizations. Gender and Society 4(2): 139–158.CrossRefGoogle Scholar
  2. Acker, Joan. 2010. Geschlecht, Rasse und Klasse in Organisationen – Die Untersuchung von Ungleichheit aus der Perspektive der Intersektionalität. Feministische Studien 28(1): 86–97.CrossRefGoogle Scholar
  3. Allmendinger, Jutta, und Richard J. Hackman. 1994. Akzeptanz oder Abwehr? Die Integration von Frauen in professionellen Organisationen. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 46(2): 238–258.Google Scholar
  4. Aulenbacher, Brigitte, und Birgit Riegraf. 2010. Geschlechterdifferenzen und Ungleichheiten in Organisationen. In Soziologische Geschlechterforschung. Eine Einführung, Hrsg. Brigitte Aulenbacher, Michael Meuser und Birgit Riegraf, 157–171. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.CrossRefGoogle Scholar
  5. Aulenbacher, Brigitte, Anne Fleig, und Birgit Riegraf, Hrsg. 2010a. Organisation, Geschlecht, soziale Ungleichheiten, Schwerpunktheft Feministische Studien 28(1). Baden-Baden: Nomos.Google Scholar
  6. Aulenbacher, Brigitte, Michael Meuser, und Birgit Riegraf, Hrsg. 2010b. Soziologische Geschlechterforschung. Eine Einführung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  7. Burell, Gibson. 1988. Modernism, post modernism and organizational analysis 2: The contribution of Michel Foucault. Organization Studies 9(2): 221–235.CrossRefGoogle Scholar
  8. Connell, Raewyn. 2010. Im Innern des gläsernen Turms: Die Konstruktion von Männlichkeiten im Finanzkapital. Feministische Studien 28(1): 8–23.CrossRefGoogle Scholar
  9. Due Billing, Yvonne. 1994. Gender and bureaucracies – A critique of Ferguson’s ‚The feminist case against bureaucracy‘. Gender, Work and Organization 1(4): 179–193.CrossRefGoogle Scholar
  10. Funder, Maria, Hrsg. 2014. Gender cage – Revisited. Handbuch zur Organisations- und Geschlechterforschung. Baden-Baden: Nomos.Google Scholar
  11. Gruhlich, Julia. 2016. Transnationale Unternehmen und Geschlecht. Eine praxeologische Organisationsanalyse. Wiesbaden: Springer VS.CrossRefGoogle Scholar
  12. Hearn, Jeff. 2009. Von gendered organizations zu transnationalen Patriarchien – Theorien und Fragmente. In Erkenntnis und Methode. Geschlechterforschung in Zeiten des Umbruchs, Hrsg. Brigitte Aulenbacher und Birgit Riegraf, 267–290. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  13. Hearn, Jeff. 2010. The power of the transnational: On gender, men, work, labour markets and organizations within transpatriarchies. In Geschlecht und Transnationale Räume. Feministische Perspektiven auf neue Ein- und Ausschlüsse, Hrsg. Julia Gruhlich und Birgit Riegraf, 104–119. Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  14. Heintz, Bettina. 2007. Ohne Ansehen der Person? De-Institutionalisierungsprozesse und geschlechtliche Differenzierung. In Geschlechterdifferenzen – Geschlechterdifferenzierungen. Ein Überblick über gesellschaftliche Entwicklungen und theoretische Positionen, Hrsg. Sylvia M. Wilz, 231–251. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  15. Kanter, Rosabeth M. 1977a. Men and women of the corporation. New York: Basic Books.Google Scholar
  16. Kanter, Rosabeth M. 1977b. Some effects of proportions on group life: Skewed sex ratios and responses to token women. American Journal of Sociology 82(5): 965–990.CrossRefGoogle Scholar
  17. Kirsch-Auwärter, Edit. 1996. Emanzipatorische Strategien an den Hochschulen im Spannungsverhältnis von Organisationsstrukturen und Zielvorstellungen. Verband Baden-Württembergischer Wissenschaftlerinnen Rundbrief 12:49–54.Google Scholar
  18. Kuhlmann, Ellen, Edelgard Kutzner, Ursula Müller, Birgit Riegraf, und Sylvia M. Wilz. 2002. Organisation und Profession als Produktionsstätten von Geschlechter(a)symmetrien. In Geschlechterverhältnisse im sozialen Wandel. Interdisziplinäre Analysen zu Gechlecht und Modernisierung, Hrsg. Eva Schäfer, Bettina Fritzsche und Claudia Nagode, 221–249. Opladen: Leske + Budrich.CrossRefGoogle Scholar
  19. Kutzner, Edelgard. 2003. Die Un-Ordnung der Geschlechter, industrielle Produktion, Gruppenarbeit und Geschlechterpolitik in partizipativen Arbeitsformen. München/Mering: Rainer Hampp Verlag.Google Scholar
  20. Meuser, Michael, und Birgit Riegraf. 2010. Geschlechterforschung und Geschlechterpolitik. Von der Frauenförderung zum Diversity Management. In Soziologische Geschlechterforschung zur Einführung, Hrsg. Brigitte Aulenbacher, Michael Meuser und Birgit Riegraf, 189–209. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.CrossRefGoogle Scholar
  21. Müller, Ursula. 1993. Sexualität, Organisation und Kontrolle. In Transformationen im Geschlechterverhältnis. Beiträge zur industriellen und gesellschaftlichen Entwicklung, Hrsg. Brigitte Aulenbacher und Monika Goldmann, 97–114. Frankfurt a. M./New York: Campus.Google Scholar
  22. Müller, Ursula. 1995. Frauen und Führung. Fakten, Fabeln und Stereotypisierungen in der Frauenforschung. In Die Konstruktion von Geschlecht in Professionalisierungsprozessen, Hrsg. Angelika Wetterer, 101–117. Frankfurt a. M./New York: Campus.Google Scholar
  23. Müller, Ursula. 1998. Asymmetrische Geschlechterkultur in Organisationen und Frauenförderung als Prozeß – mit Beispielen aus Betrieben und der Universität. Zeitschrift für Personalforschung 12(2): 123–142.Google Scholar
  24. Müller, Ursula. 2010. Organisation und Geschlecht aus neoinstitutionalistischer Sicht. Betrachtungen am Beispiel von Entwicklungen in der Polizei. Feministische Studien 28(1): 40–55.CrossRefGoogle Scholar
  25. Müller, Ursula. 2013. Wandel als Kontinuität. Bilanz und Ausblick. In Geschlecht und Organisation, Hrsg. Ursula Müller, Birgit Riegraf und Sylvia Wilz, 527–537. Wiesbaden: Springer VS.CrossRefGoogle Scholar
  26. Müller, Ursula, Waltraud Müller-Franke, Patricia Pfeil, und Sylvia Wilz. 2007. Zwischen De-Thematisierung und Vergewisserung: Geschlechterkonstruktionen im Organisationswandel am Beispiel Polizei. In Erosion oder Reproduktion geschlechtlicher Differenzierung? Hrsg. Regine Gildemeister und Angelika Wetterer, 32–55. Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  27. Müller, Ursula, Birgit Riegraf, und Sylvia Wilz, Hrsg. 2015. Geschlecht und Organisation. Wiesbaden: Springer VS.Google Scholar
  28. Pringle, Rosemary. 1989. Secretaries talk. Sexuality, power, and work. London/New York: Routledge.Google Scholar
  29. Riegraf, Birgit. 1996. Geschlecht und Mikropolitik. Das Beispiel betrieblicher Gleichstellung. Opladen: Leske + Budrich.Google Scholar
  30. Riegraf, Birgit. 2000. Organisationswandel, Organisationslernen und das Geschlechterverhältnis. In Geschlecht, Arbeit, Zukunft, Eine Diskussion aus Sicht der Frauenforschung, Hrsg. Ilse Lenz, Hildegard Maria Nickel und Birgit Riegraf, 150–177. Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  31. Riegraf, Birgit. 2010. Organisation, Geschlecht, Kontingenz. Die Bedeutung des Poststrukturalismus für die geschlechtersoziologische Organisationsforschung. Feministische Studien 28(1): 99–108.CrossRefGoogle Scholar
  32. Weinbach, Christine, und Rudolf Stichweh. 2001. Die Geschlechterdifferenz in der funktional differenzierten Gesellschaft. In Geschlechtersoziologie, Sonderheft 41 der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Hrsg. Bettina Heinz, 30–52. Opladen: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  33. Wetterer, Angelika. 2003. Rhetorische Modernisierung: Das Verschwinden der Ungleichheit aus dem zeitgenössischen Differenzwissen. In Achsen der Differenz. Gesellschaftstheorie und feministische Kritik II, Hrsg. Gudrun-Axeli Knapp und Angelika Wetterer, 286–319. Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  34. Wilz, Sylvia M. 2002. Organisation und Geschlecht. Strukturelle Bindungen und kontingente Kopplungen. Opladen: Leske + Budrich.Google Scholar
  35. Witz, Anne, und Mike Savage. 1992. The gender of organizations. In Gender and bureaucrazy, Hrsg. Mike Savage und Anne Witz, 3–61. London: Blackwell.Google Scholar
  36. Yoder, Janice D. 1991. Rethinking tokenism: Looking beyond numbers. Gender and Society 5(2): 178–192.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Fakultät für Kulturwissenschaften, Allgemeine SoziologieUniversität PaderbornPaderbornDeutschland

Personalised recommendations