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Dispositivanalyse: Effekte der Konstruktion, De-Konstruktion, Re-Konstruktion von Geschlechterverhältnissen

  • Andrea Dorothea BührmannEmail author
Chapter
Part of the Geschlecht und Gesellschaft book series (GUG, volume 65)

Zusammenfassung

Die Dimension Geschlecht sowie damit zusammenhängend die Differenzierungen zwischen Geschlechtern und deren Verhältnisse zu- und untereinander werden als Effekte unterschiedlicher Konstruktions-, De-Konstruktions- und Re-Konstruktionsprozesse betrachtet. In den Blick gerät so nicht nur, in welchen Begriffen und mit welchen (diskurs-)strategischen Zielen bestimmte Geschlechterverhältnisse von wem diskursiv hervorgebracht worden sind. Vielmehr werden ausgehend von einer relationalen Machtanalyse die Verhältnisbestimmungen zwischen diskursiv vermitteltem Wissen über Geschlecht, Geschlechtszugehörigkeit sowie die Geschlechterdifferenzen und die damit verbundenen, oftmals institutionell vergegenständlichten Praktiken und Objektivationen, die daran geknüpften sozialen Normierungen, Normalisierungen und Hierarchisierungen sowie die (Selbst-)Wahrnehmung der vergeschlechtlichten und vergeschlechtlichenden Individuen zum Fokus umfassender Forschungsbemühungen gemacht.

Schlüsselwörter

Dispositivtheorie Dispositivanalyse Konstruktion De-Konstruktion Re-Konstruktion 

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Copyright information

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Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für DiversitätsforschungUniversität GöttingenGöttingenDeutschland

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