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Untersuchung frischer Präparate

  • H. Beitzke
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Zusammenfassung

Die Untersuchung am frischen Präparat sollte nie unterlassen werden, da sie einerseits eine schnelle Orientierung ermöglicht, anderseits manches zeigt, was am gehärteten Präparat nicht zu sehen ist. Man nehme immer möglichst wenig der zu untersuchenden Substanz und bringe sie außer beim Quetschpräparat nie auf einen trockenen Objektträger, sondern immer in einen Tropfen derjenigen Flüssigkeit, in welcher untersucht werden soll. Als solche diene in der Regel eine 0,9 proz. (den menschlichen Körpersäften isotonische) Kochsalzlösung oder Ringerlösung (Kochsalz 0,7–0,8, Natriumbikarbonat 0,01, Chlorkalium und Chlorkalzium je 0,02, Aq. dest. 100). Beide sind öfter frisch zu bereiten und durch Kochen zu sterilisieren, da sich sehr bald niedere Pflanzen darin anzusiedeln pflegen. Wo es sich nicht um sehr vergängliche Zellen (z. B. Protozoen, rote Blutkörperchen) handelt, kann man auch gewöhnliches Leitungswasser nehmen. Außer der Kochsalzlösung wird gebraucht: 2–5 proz. Essigsäure (hellt das Protoplasma auf, läßt die Kerne schrumpfen und besser hervortreten), 1–3 proz. Kali-oder Natronlauge (löst Zellen, kollagene und Muskelfasern auf; Fett, Pigment, Konkremente, Bakterien und elastische Fasern bleiben erhalten), 5 proz. Salzsäure (zum Entkalken), stark verdünnte (weingelbe) Lugolsche Lösung (Jod 1, Jodkali 2, Wasser 100) zum Mazerieren. Wenn die Lösung sich entfärbt, setze man einige Tropfen unverdünnte Lugolsche Flüssigkeit hinzu. Alle diese Lösungen verwahrt man zweckmäßig in Flaschen, an deren Stopfen ein bis auf den Boden reichender Glasstab befestigt ist, um mit ihm die Lösungen tropfenweise zu entnehmen. Frische mikroskopische Präparate, die einige Stunden aufgehoben werden sollen, müssen vor dem Vertrocknen geschützt werden. Man bringt sie zu diesem Zweck in eine sog. feuchte Kammer, d.h. in eine Petrischale, auf deren Boden man angefeuchtetes Fließpapier gelegt hat, und läßt die verschlossene Schale an einem kühlen Ort stehen.

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© Springer-Verlag Wien 1924

Authors and Affiliations

  • H. Beitzke
    • 1
  1. 1.Pathologischen AnatomieUniversität GrazÖsterreich

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