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Sinnestruggebilde

  • Karl Birnbaum
Chapter

Zusammenfassung

„Es ist selten, daß ich nicht vor dem Einschlafen bei geschlossenen Augen in der Dunkelheit des Sehfeldes mannigfache leuchtende Bilder sehe. Von früher Jugend auf erinnere ich mich dieser Erscheinungen, ich wußte sie immer wohl von den eigentlichen Traumbildern zu unterscheiden; denn ich konnte oft lange Zeit vor dem Einschlafen über sie reflektieren. Vielfache Selbstbeobachtung hat mich denn auch in den Stand gesetzt, ihre Erscheinung zu befördern, sie festzuhalten.

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Notes

Literature

  1. Joh. Müller: Über die phantastischen Gesichtserscheinungen, Coblenz 1826; mit reichlichen Belegstellen anderer Autoren, auch heute noch lesenswert. Die zitierte Stelle aus den „Wahlverwandtschaften“gewinnt an Bedeutung durch Goethes Hinweis: Es sei in diesem Werke keine Zeile, die er nicht selber erlebt habe. Die Erscheinungen selbst stehen, wie ohne weiteres deutlich, den „hypnagogen“Halluzinationen der Einschlafphase nahe.Google Scholar
  2. Cardano: Girolamo Cardanos, Bürgers von Bologna, eigne Lebensbeschreibung, hgg. v. Hefele, Jena 1914. Cardano ist vielfach psychiatrisch bearbeitet worden, insbesondere von Lombroso (s. u.). Anscheinend eine psychopathische Konstitution, auf der sich später eine halluzinatorische Wahnpsychose (Paraphrenie) aufpflanzte.CrossRefGoogle Scholar
  3. Nicolai: „Beispiel einer Erscheinung mehrerer Phantasmen nebst einigen erläuternden Anmerkungen.“Neue Berlinische Monatsschr. 1799; eine Veröffentlichung, die übrigens Anregung zu fremden Mitteilungen ähnlicher Art gab. Es dürfte sich um eine autotoxisch bedingte Halluzinose handeln.Google Scholar
  4. Blake: Sämtliche Berichte in Helene Richter, William Blake, Straßburg 1906, daselbst auch die zugehörigen Literaturangaben. Psychiatrisch: van Vleuten, Visionäre Mystik und visionäre Kunst. Die Nation 1907. Unzweifelhaft ist der innere Zusammenhang von Blakes Malerei, Dichtung und Philosophie mit seiner früh einsetzenden halluzinatorischen Wahnpsychose.Google Scholar
  5. Swedenborg: die angeführten Stellen teils aus seinen ausgewählten Werken, Jena 1904, Bd. 1 (Theologische Schriften), teils aus der Tafeischen Übersetzung von,,Vom Himmel und seinen Wunderdingen“2. Aufl. 1869. Die Lebensurkunden hauptsächlich aus Tafel: „Sammlung von Urkunden usw. betr. Leben und den Charakter Emanuel Swedenborgs“, Tübingen 1839; ein Dokumentenwerk von ungewöhnlichem Wert. Psychiatrisch (außer Lombroso, Pelman u. a.), Ballet, Histoire d’un visionnaire au XVIII siècle, 1890; Hitschmann, Swedenborgs Paranoia, Centralbl. f. Psychoanalyse Bd. 3 (oberflächlich; Freudsche Anschauungen).Google Scholar
  6. Jeanne d’Arc: Ihre Prozeßaussagen in G. Görres, Die Jungfrau von Orleans. Nach den Pro-zeßakten und gleichzeitigen Chroniken. Regensburg 1834. Siehe weiter auch die eingehende Bearbeitung von Anatole France, Vie de Jeanne d’Arc. Psychiatrisch: Hagen, Die Jungfrau von Orleans. Studien aus dem Gebiete der ärztlichen Seelenkunde, Erlangen 1870, auch Pelman s. u.Google Scholar
  7. Staps: Friedrich Staps, eine Biographie aus den hinterlassenen Papieren seines Vaters M. Fr. Gotti. Staps. Berlin 1843.Google Scholar
  8. Suso: Mystische Werke, München. Fruchtschale, Bd. 14.Google Scholar
  9. Hl. Theresa: Autobiographie. Sämtliche Werke, Bd. 1, 1850; sehr schlechte Übersetzung. Die angeführten Stellen daher entnommen aus: Hahn, „Probleme der Hysterie und die Offenbarungen der hl. Therese“, Leipzig 1906. Für die religiösen Halluzinationen hätten selbstverständlich statt der gewählten ebensogut viele andere Belegstücke aus der von solchen Erscheinungen voll durchsetzten Heiligengeschichte gebracht werden können. — Allgemeines bei Knauer, Die Vision im Lichte der Kulturgeschichte, Leipzig 1899. Reichliches Material, aber durchaus an der Oberfläche bleibend.Google Scholar

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© Julius Springer in Berlin 1920

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  • Karl Birnbaum

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