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Die Mittel, unsere Psyche kennen zu lernen

  • Johann Wolfgang Goethe
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Zusammenfassung

Die erste notwendige Voraussetzung aller unserer wissenschaftlichen Erkenntnis ist die Richtigkeit unseres Denkens, aus dem wir nicht herauskönnen. Wir vermögen nicht mit unserem Denken das Denken, mit unserem Verstand den Verstand in ihren Prinzipien zu kritisieren, sondern nur im einzelnen die Anwendung der Prinzipien. Was ein allwissender Geist, der die Welt und uns betrachten würde als richtiges Denken bezeichnen würde, dafür haben wir keinen Maßstab. Wir müssen einfach annehmen, daß „richtig1 sei, was eben die allgemeine Logik als richtig bezeichnet, und diese besitzt noch einen scheinbar2 objektiven Prüfstein an den Tatsachen. Diejenigen logischen Formen im allgemeinen und Schlüsse im speziellen, die sich an der Erfahrung bewähren, bezeichnen wir als richtig, und das auch dann, wenn wir sie nicht in jedem einzelnen Fall nachprüfen können. Da denken wir in diesen Dingen genau wie die Naturforscher und zwar sowohl in den Voraussetzungen, wie in den logischen Formen und in der Art der Ableitung und der Behandlung der Begriffe. Für den, dem das nicht selbstverständlich ist, will ich nur den einen Grund angeben, daß dieses naturwissenschaftüche Denken allein sich bewährt und besonders in der neueren Zeit sowohl in der Erweiterung unserer Erkenntnisse wie in der Anwendung derselben in der Technik mehr geleistet hat als das frühere Denken in Jahrtausenden, während speziell das philosophische Denken nach Ziehen nichts zuwege gebracht hat als einen „Kirchhof von Systemen“3.

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Notes

Literature

  1. 3.
    Häberlin (Wissensch. und Philos. I. Basel, Kober, Spittelers Nachfolger, 1910, Vorwort) spricht von der „kritischen Einsicht in die ‘objektive‘ Unhaltbarkeit aller … Systeme“ der großen Meister der Philosophie.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1932

Authors and Affiliations

  • Johann Wolfgang Goethe

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