Advertisement

Zur technischen Beherrschung des Wärmedurchschlages von Heißleitern

  • Eberhard Spenke
Chapter

Zusammenfassung

Werkstoffe mit negativem Temperaturkoeffizienten des elektrischen Widerstandes ergeben bekanntlich2) unter gewissen Bedingungen eine Strom-Spannungskennlinie, die mehr oder weniger ausgedehnte Teile mit negativem differentiellem Widerstand aufweist. Solche Werkstoffe kann man als Halbleiter bezeichnen; die neuere Entwicklung, die diese Stoffe zu einem gut reproduzierbaren und haltbaren Bestandteil elektrischer Stromkreise der verschiedensten Art zu machen verspricht, hat jedoch das Bedürfnis nach einigen präziseren Bezeichnungen auf diesem Gebiet hervorgerufen. Wir nennen nach einem Vorschlag von W. Schottky einen Stoff mit einem negativen Temperaturkoeffizienten des Widerstandes, gleichviel wie groß sein Absolutleitvermögen ist, „Heißleiter“-Stoff, weil er in heißem Zustande besser leitet als in kaltem. Ein Widerstand, bei dessen Aufbau ein Heißleiterstoff einen wesentlichen Bestandteil bildet, wird Heißleiter-Widerstand oder kurz „Heißleiter“ genannt. Ein Heißleiter enthält also nicht nur einen aus dem heißleitenden Stoff selbst bestehenden Körper („Heißleiterkörper“), sondern auch die metallischen oder nichtmetallischen Stoffe, welche ihn umgeben und die im Heißleiterkörper erzeugte Wärme an die Umgebung abführen („Wärmeableitungen“). Die Umgebung ist hier von demjenigen Teil des Gesamtsystems an zu rechnen, der auch im Dauerzustand nicht mehr merklich erwärmt wird; in diesem Sinne bezeichnen wir die Umgebung auch als „Wärmeerde“. Der elektrische Strom wird meistens dem Heißleiterkörper über die Wärmeableitungen zugeführt, die in diesen Fällen auch die Rolle der Elektroden des Heißleiterkörpers übernehmen. Grundsätzlich braucht das jedoch nicht der Fall zu sein. An anderer Stelle3) wurde bereits darauf hingewiesen, daß die Kennlinie und überhaupt das ganze Verhalten eines Heißleiters nicht nur von den Abmessungen und Eigenschaften des Heißleiterkörpers abhängen, sondern ganz wesentlich auch von der Art und Größe der Wärmeableitungen beeinflußt werden.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Notes

Literatur

  1. 1).
    Siehe auch H. Lueder und E. Spenke: Z. techn. Physik 16 (1935) S. 373.Google Scholar
  2. H. Lueder, W. Schottky und E. Spenke: Naturwiss. 24 (1936) S. 61. Die erste Arbeit wird im folgenden unter Lueder und Spenke I, die zweite unter Lueder, Schottky und Spenke II angeführt.CrossRefGoogle Scholar
  3. 2).
    W. B. Burnie und Ch. A. Lee: Electrician 43 (1899) S. 75.Google Scholar
  4. W. Kaufmann: Ann. d. Phys. 5 (1901) S. 757. Die Kenntnis dieser ersten Veröffentlichungen auf dem Heißleitergebiet verdanke ich einem freundlichen brieflichen Hinweis meines früheren Lehrers Prof. W. Kaufmann.CrossRefGoogle Scholar
  5. 1).
    K. W. Wagner: A. I. E. E. 41 (1922) S. 1034.Google Scholar
  6. 2).
    W. Rogowski: Arch. Elektrotechn. 13 (1924) S. 153.CrossRefGoogle Scholar
  7. Th. v. Kármán: Ebenda 13 (1924) S. 174.Google Scholar
  8. V. Fock: Ebenda 19 (1928) S. 71.Google Scholar
  9. 3).
    L. Dreyfus: Bull. schweiz. elektrotechn. Ver. 15 (1934) S. 321 und 577.Google Scholar
  10. 1).
    K.W. Wagner: A. I. E. E. 41 (1922) S. 1036.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1936

Authors and Affiliations

  • Eberhard Spenke

There are no affiliations available

Personalised recommendations