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Die Universität Würzburg im Weltkriege

  • Max Buchner
Chapter

Zusammenfassung

Am 29. Juni 1914 sollte die hundertjährige Zugehörigkeit Würzburgs und damit auch unserer Alma Julia zu Bayern festlich begangen werden. Bayerns König, Ludwig III., hatte sein und der Königin Erscheinen zu dem Feste zugesagt. Wilhelm Wien, der schon damals berühmte Physiker, der das Amt des Rector magnificus bekleidete, hatte sich als Thema seiner Festrede eine Darstellung der „Neueren Entwicklung unserer Universitäten und ihrer Stellung im deutschen Geistesleben“ ausgewählt. In Festesschmuck prangte der Eingang zum „Neuen Kollegienhaus“, prangten dessen Innenräume, vor allem die hochragende Aula. Voll froher Stimmung sahen die Universität und alle ihre Mitglieder dem Peters- und Paulstage entgegen. Aber 24 Stunden, ehe die Feier in der Aula der neuen Universität ihren Anfang nehmen sollte, fielen in Serajewo von frevler Hand die Schüsse, die dem Leben des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand und dem seiner Gemahlin ein Ende setzten. Das Fanal des Weltkrieges war aufgeflammt. Die Festesstimmung war verraucht, das Erscheinen des bayerischen Königs wurde abgesagt, die geplante Feier, zunächst verschoben, kam tatsächlich nie zustande, die beabsichtigte Rede Wiens wurde später zwar gedruckt, aber nie gehalten: nicht Rückschau galt es jetzt in den ehernen Tagen, die damals bevorstanden, zu halten, sondern sich zu rüsten auf die schwere kommende Zeit. Die Worte, die am 333. Stiftungstage der Universität, am 11. Mai 1915, der damalige Rektor Oskar Brenner sprach, trugen diesem Verantwortungsbewusstsein voll Rechnung: „Wenn sonst eine wissenschaftlich gerichtete Rede für unsere Jahresfeier allein angemessen schien, um dem Wesen der Universität als einer Gelehrtenschule gerecht zu werden, so glauben wir heute für eine solche Rede wenig Empfänglichkeit voraussetzen zu dürfen. Wir können und wollen heute nur von dem sprechen und hören, was uns am meisten bewegt: von der Sorge ums Vaterland.“1 -

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1932

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  • Max Buchner

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