Advertisement

Die Aufgaben aus geographischen und historischpolitischen Grundlagen

  • Georg Cleinow
Chapter
  • 9 Downloads

Zusammenfassung

Je abgeschlossener ein Gebiet gegen die Umwelt ist, um so wichtiger sind für seine Verkehrserschließung die politischen Vorgänge, die sich in seinem Innern im Zusammenhang mit dem Erwerbssinn seiner Bevölkerung abspielen. Hierdurch bekommt die Binnenwanderung einen ganz hervorragenden Anteil an der Ausgestaltung der Verkehrssysteme und im Zusammenhang mit dem Volkscharakter muß ihr eine Bedeutung beigemessen werden, die aus grauer Vorzeit auf die Gegenwart wirkt. Alles zusammen führt in die politische Geschichte des Gebiets und der Staaten auf ihm. Alles, was sich in den Teilgebieten des eurasischen Binnenlandes, also in der Sarmatischen Ebene, in Zentralasien und in Nordasien (Sibirien) vor ihrer Zusammenfassung zugetragen hat, wird wichtig. Aus den historischen Vorgängen werden manche Eigentümlichkeiten bei den Verkehrsverhältnissen in der Sowjetunion erst verständlich. Dabei springt vor allem ins Auge, daß jene Völker, die das Gebiet während der letzten zwei Jahrtausende durchwandert und besiedelt haben, tatsächlich immer nur befähigt waren, einen verhältnismäßig geringen Teil des Gebietes zu beherrschen und zu kultivieren, während sie die übrigen Teile zuerst nur als Gegenstände räuberischer Überfälle, später als koloniale Ausbeutungsobjekte oder als Schutzstreifen zu ihrer eigenen Sicherheit gegen die Nachbarn behandeln konnten.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Notes

Notes

  1. 1.
    Auf die Kontroverse, die in der Wissenschaft über den größeren oder geringeren Anteil der Germanen an der Erschließung der sarmatischen Ebene entstanden ist, braucht hier nicht eingegangen zu werden. S. darüber Iwan Sabjelin „Istorija russkoj shisni“ (Geschichte des russischen Lebens). Moskau 1876. 2 Bde.Google Scholar
  2. 1.
    Der andere Warägerweg, der vom Wolchow zur Wolga und über diese und den Kaspisee nach Enseli führt, scheint nur einige wenige Male benutzt und sehr bald durch Ostvölker unterbunden worden zu sein. Ein kriegerischer Angriff der Russen in Richtung auf den Kaspisee wurde (944) vom Dnjepr aus geführt.Google Scholar
  3. 1.
    Näheres bei W. Barthold:„K istorii oroschenija Turkestana“ (Zur Geschichte der Bewässerung Turkestans). St. Petersburg 1914 (russisch).Google Scholar
  4. 2.
    Einzelangaben griechischer und arabischer Geographen melden, daß der Amn-darja in früheren Zeiten in das Kaspimeer geflossen sei, während der Aralsee nicht bestanden habe. (W. W. Zinserling: „Oroschenije na Amu-darje“) (Die Bewässerung durch den Amu-darja). Herausgeg. von der Verwaltung der Wasserwirtschaft in Zentralasien, Moskau 1927 (russisch) S. 13.Google Scholar
  5. 1.
    Neuere archäologische Funde in der Krim und südlichen Ukraina deuten allerdings auf das Vorhandensein slavischer Siedlungen daselbst vor dem 9. Jahrhundert.Google Scholar
  6. 1.
    Prof. W. P. Semjonow Tjan-Schanski: Der allgemeine Charakter und die geographische Bedeutung des Wolgagebiets in der Sammlung: Das Wolgagebiet, herausgeg. v. d. Staatl. Wolga-Dampferges. Leningrad 1925, S. 18.Google Scholar
  7. 1.
    Unter der Herrschaft Siegismunds des Dritten, um 1631 herum. Näheres bei Tadeusz Czacki (1765–1813) Warschau.Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1931

Authors and Affiliations

  • Georg Cleinow

There are no affiliations available

Personalised recommendations