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Heer und Kriegsflotte

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Zusammenfassung

Die bewaffnete Macht, die sich aus dem Heer, der Kriegsflotte und dem Landsturm zusammensetzt, ist auf das Reich übergegangen. Die Kriegsflotte war preußisch und konnte ohne Borbehalt übernommen warden; das Heer ging dagegen aus den Kontingenten der Einzelstaaten hervor, und diese behaupteten insoweit ihr Recht, als neben der Reichs- eine Kontingentshoheit sich forterhielt. Die Bedeutung der letzteren ist jedoch dadurch wesentlich zurückgetreten, daß beide Hoheiten für Preussen und Elsatz-Lothringen in der Person des Kaisers zusammenfallen und die moisten übringen Kontingente durch Militärkonventionen mehr oder weniger vollständig in dem preußischen Kontingent aufgegangen sind. Demgemäß besitzen neben diesem nur Bayern, Württemberg und Sachsen besondere Kontingente mit einzelnen Sonderrechten.

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Notes

Literatur

  1. 1).
    RBerf. Art. 414, 53, 57–68. — Sonderrechte bilden für Sachsen u. Württemberg die eigene Heeresverwaltung (Anm. 10) u. die Ernennung der Offiziere, in Bayern steht dem Kaiser im Frieden nur das Recht der Besichtigung zu.Google Scholar
  2. 2).
    Heutige Gestaltung § 21. — Das vom Großen Kurfürsten geschaffene erste preußische Heer (1650) beruhte auf Werbung. Friedrich Wilhelm I fühhrte daneben in der Kantonpflich eine beschränkte Aushebung der Landeseinwohner ein (1733). Nach den Befreiungskriegen wurde auf Anregung Scharnhorsts die allgemeine Wehrpflicht unter Ausschluß jeder Stellvertretung eingeführt (1814), und auf das Reich übertragen ist (1867). — Die moisten Großstaaten, insbesondere Frankreich (1873) und Rußland (1879) sind zur allgemeinen Wehrpflicht übergegangen. England und die Bereinigten Staaten von Amerika haben in ihrer gesicherten Lage am Werhesystem festgehalten, und die durch ihre Neutralität gesicherte Schweiz hat sich in der Wehrpflicht mit einer kurzen Dienstzeit begnügt (Milizsystem).Google Scholar
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    Die Armeekorpsbezirke sind über das Reich verteilt. Sie bilden regelmäßig die Ergänzungsbezirke für das Gardekorps (Berlin) ergänzt sich aus Preußeb, den Thüringischen Staaten u. Elsaß-Lothiringen. Weiter unfassen die Armeekorps 1 (Königsberg), 20 (Allenstein) u. 17 (Danzig) Ost- u. Westpreußen, 3 (Berlin) die Prov. Brandenburg, 4 (Magdeburg) die RB. Magdeburg u. Merseburg, 2 (Stettin) Pommern u. den RB. Bromberg, 5 (Posen) die RB. Posen u. Liegniú, 6 (Breslau) die RB. Breslau u. Oppeln, 7 (Münster) Westsalen u. den RB. Düsseldorf, 8, 15, 16 u. 21 die übrige Rheinprovinz u. Els.-Lothringen, 9 (Altona) Schl.-Holstein, beide Mecklenburg, die Hansastädte u, deb RB, Stade, 10 (Hannover) die übrige Prov. Hannover, Oldenburg und Braunschweig, 11 (Kassel) die RB. Kassel und Erfurt u. die Thüringischen Staaten, 18 (Frankfurt a. M.) den RB. Wiesbaden u. Hessen-Darmstadt, 12 (Dresden) das östliche Rgr. Sachsen, 19 (Leipzig) das westiliche, 13 (Stuttgart) Württemberg, 14 (Karlsruhe) Baden, 1. Bayerisches (München) das südliche Bayern, 2. Bayerisches (Würzburg) das nordwestliche, 3. Bayerische (Nürnberg) das nordöstliche.Google Scholar
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© Verlag von Julius Springer 1913

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