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Sinnesphysiologie und »Sprache« der Bienen

  • K. v. Frisch
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Zusammenfassung

Seit Christian Konrad Sprengels 1) Zeiten ist den Blütenbiologen der auffällige Gegensatz zwischen wind-blütigen und insektenblütigen Pflanzen geläufig: Die Windblüter (Gräser, Nadelhölzer usw.) besitzen im allgemeinen kleine, unscheinbare, duftlose Blüten, die keinen Nektar absondern, der Blütenstaub wird durch den Wind nach den Gesetzen des Zufalls vertragen und muß in ungeheuren Mengen produziert werden, damit einige Pollenkörner ihr Ziel erreichen und die Befruchtung bewirken; bei den Insektenblütern übertragen die Blütengäste den Pollen auf kurzem und relativ sicherem Wege. Sie sammeln in den Blumen Nektar oder einen Teil des Blütenstaubes als Nahrung, die ihnen die Pflanze als Gegenleistung für ihren „Liebesdienst“ bietet. Als sinnfällige Kennzeichen der Insektenblütigkeit finden wir lebhaft gefärbte, oft absonderlich geformte Blütenblätter, bei anderen Pflanzen einen auffallenden Blütenduft, bei wieder anderen bunte Farben und lieblichen Duft vereint und wir deuten diese Merkmale als Wegweiser für die Insekten, um diesen das Auffinden der Nahrung und hiermit den Blüten ihre Bestäubung zu sichern.

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Notes

Notes

  1. 1).
    CHr. K. Sprengel, Das entdeckte Geheimnis der Natur im Bau und in der Befruchtung der Blumen. Berlin 1793.Google Scholar
  2. 1).
    K. v. Frisch, Der Farbensinn und Formensinn der Biene. Zoolog. Jahrb., physiol. Abt. 35, 1–188. 1915 (auch als Sonderausgabe: G. Fischer, Jena 1914). — Über den Geruchsinn der Biene und seine blütenbiologische Bedeutung. Zoolog. Jahrb., physiol. Abt. 37, 1–238. 1919 (als Sonderausgabe: Jena 1919). — Über den Sitz des Geruchsinnes bei Inse1kten. Zoolog. Jahrb., physiol. Abt. 38, 1-68. 1921 (als Sonderausgabe: Jena 1921). — Über die, „Sprache“ der Bienen. Zoolog. Jahrb., physiol. Abt. 40, 1-186. 1923 (als Sonderausgabe: Jena 1923).Google Scholar
  3. 2).
    Seine Arbeiten sowie die übrige einschlägige Literatur findet man zitiert in meinem Aufsatz: Das Problem des tierischen Farbensinnes. Die Naturwissenschaften Jg. 1923, H. 24.Google Scholar
  4. 1).
    Die 15 stufige Grauserie genügt; denn die Dressur auf eine bestimmte Helligkeitsstufe dieser Grauserie gelingt nicht im entferntesten. Übrigens habe ich in anderen Versuchsreihen auch bedeutend feiner abgestufte Grauserien mit genau demselben Erfolg verwendet.Google Scholar
  5. 1).
    A. Kühn und R. Pohl, Dressurfähigkeit der Bienen auf Spektrallinien. Die Naturwissenschaften Jg. 1921, H. 37. — A. Kühn, Versuche über das Unterscheidungsvermögen der Bienen und Fische für Spektrallichter. Nachr. d. Kgl. Ges. d. Wiss., Göttingen, Math.-physik. Klasse 1923.Google Scholar
  6. 1).
    F. E. Lutz, Apparently non-selective Charakters and combinations of Charakters, including a study of ultraviolett in relation to the flower-visiting habits of insects. Ann. of the New York acad. sc. 29, 181–283. 1924.CrossRefGoogle Scholar
  7. 1).
    Vgl. Anm. auf S. 20.Google Scholar
  8. 1).
    Nur äußerst selten füllen die Sammlerinnen selbst den eingetragenen Nektar in die Honigzellen.Google Scholar
  9. 2).
    Beim Vortrage kinematographische Demonstration der Bienentänze.Google Scholar
  10. 1).
    Ich erinnere an ihr früher erwähntes, vorzügliches Gedächtnis für Düfte.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1924

Authors and Affiliations

  • K. v. Frisch

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