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Syphilis und Blindheit

  • Josef Igersheimer
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Zusammenfassung

Die Frage, wie häufig die Syphilis eine dauernde Erblindung herbeiführen kann, und in welchem Verhältnis sie als Erblindungsursache zu anderen Erblindungsursachen steht, ist bisher in großem Umfang und auf moderner Grundlage noch nicht diskutiert worden. Es dürfte auch außerordentlich schwer sein, vorderhand eine einigermaßen bindende Antwort auf diese Frage zu erhalten, besonders deshalb, da man heutigentags zur bestimmten Annahme des Vorhandenseins oder Nichtvorhandenseins von Lues oft die Wassermann-Reaktion benötigt, Blindenstatistiken ohne dies Hilfsmittel auf jeden Fall von vornherein unbrauchbar sind. Daß aber die Erreichung dieses Zieles bei der Aufstellung großer statistischer Erhebungen ganzer Länder auf fast unüberwindliche Schwierigkeiten stößt, ist klar. Und doch ist diese Frage durchaus nicht von untergeordnetem Interesse, da die Syphilis als eine nennenswerte Erblindungsursache zweifellos in Betracht kommt Allerdings ist es wohl bei der Frage der Bedeutung der Syphilis als Erblindungsursache nicht gleichgültig, ob es sich um Personen handelt, die in der Jugend bereits die Sehkraft einbüßen oder solche, die als Erwachsene erblinden. Die kongenitale Lues scheint mir eine erheblich größere Rolle als Erblindungsursache zu spielen als die erworbene Syphilis Auf Grund der letzteren kommt wohl nur die tabische Optikusatrophie als häufige zur Erblindung führende Krankheit vor. Alle anderen Erkrankungen, die auf akquirierter Lues beruhen und zu dauernder schwerer Schädigung beider Augen führen, sind doch recht selten. Die meisten Erörterungen der folgenden Seiten gelten deshalb für die kongenitale Syphilis.

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Notes

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1918

Authors and Affiliations

  • Josef Igersheimer
    • 1
  1. 1.Königlichen Universitäts-Augenklinik zu GöttingenDeutschland

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