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Die syphilogenen Nervenkrankheiten: Tabes. Paralyse. Lues cerebrospinalis

  • R. Hirschfeld
  • M. Lewandowskys
Chapter
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Part of the Fachbücher für Ärzte book series (FACHAERZT OBA, volume 1)

Zusammenfassung

Tabes und Paralyse sind ebenso syphilogene Erkrankungen als die Lues cerebrospinalis selbst. Dieser Satz stand hier schon in der ersten Auflage, als Noguchi noch nicht die Entdeckung gemacht hatte, daß bei der progressiven Paralyse und bei der Tabes die Spirochäte der Syphilis im Nervengewebe selbst noch nachzuweisen ist — wodurch die letzte noch mögliche Befestigung der Lehre ihrer ausschließlich syphilogenen Entstehung erreicht war. Trotz des Nachweises der Spirochäten bleibt aber die besondere Natur dieser Erkrankungen, die man früher als metaluetische von den echt luetischen unterschied, doch noch aufzuklären. Vielleicht liegt der Unterschied nur darin, daß der Angriffspunkt der Spirochäte bei den echt luetischen Erkrankungen das Gefäßbindegewebe des Nervensystems ist, während die Erkrankung bei den metaluetischen sich primär im nervösen Parenchym selbst abspielt. Diese Auffassung würde auch eine Erklärung für die schlechte Beeinflußbarkeit der metaluetischen Krankheiten durch die medikamentöse Therapie geben können, weil das Nervengewebe selbst von den in Betracht kommenden Heilmitteln auf dem Blutwege nur schwer erreicht wird. Man darf jedenfalls heute behaupten, daß sowohl Tabes wie progressive Paralyse ausnahmslos syphilitischen Ursprungs sind. Wenn nicht alle Tabiker und Paralytiker wissen, daß sie Lues gehabt haben, so liegt das daran, daß Primär- und Sekundärstadium der Lues besonders bei der Frau, aber auch oft beim Manne so leicht verlaufen — das Sekundärstadium kann überhauptfehlen —, daßsie nicht nur vom Patienten selbst, sondern häufig auch vom Arzte als eine harmlose Bagatelle aufgefaßt werden.

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Notes

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  1. 1).
    Injektionen mit grauem Öl sind bei Lues cerebrospinalis nicht üblich.Google Scholar
  2. 1).
    Einerseits Schwefelquellen, wie Aachen, Baden bei Wien, Bentheim, Kreuth (Bayern), Lippspringe, Tölz, Schinznach etc., andererseits die kohlensäurereichen Thermalbäder, wie Oeynhausen, Nauheim, Szliács (Ungarn) etc.Google Scholar
  3. 1).
    Ich verweise den, der sich damit beschäftigen will, auf Goldscheider, Übungstherapie der Tabes dorsalis.Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1923

Authors and Affiliations

  • R. Hirschfeld
    • 1
  • M. Lewandowskys
  1. 1.BerlinDeutschland

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