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Die nervösen und psychischen Störungen der Menstruationszeit

  • L. Löwenfeld
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Zusammenfassung

Die immer mehr sich einbürgernde Bezeichnung der Menstruation als Unwohlsein ist nicht lediglich eine Eedefigur. Die Zahl der Mädchen und Frauen, bei welchen der Vorgang der Menstruation ohne Beschwerden irgendwelcher Art verläuft, ist zwar nicht so gering, daß man sie mit dem englischen Frauenarzte Emmet als Ausnahmen von der Regel betrachten müßte, und unter unserer ländlichen Bevölkerung sind jedenfalls diese Glücklicheren noch immer reichlich vertreten; allein in den Städten sind offenbar diejenigen weiblichen Wesen bei weitem in der Überzahl, für welche die Menstruation in der Tat eine Zeit des Unwohlseins bedeutet und insbesondere mit nervösen Störungen verschiedener Art einhergeht. Da die ohne Beschwerden Menstruierenden gewöhnlich Personen von robuster nervöser Konstitution sind, darf man wohl annehmen, daß die während der Menstruation bei im übrigen gesunden weiblichen Personen auftretenden nervosen Störungen die Folgen einer erhöhten Reizbarkeit des Nervensystems, die angeboren oder erworben sein mag, sind.

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Notes

Literatur

  1. 1).
    Die Impulse können auch dem sexuellen Gebiete angehören. In einem von Anj él (Arch. f. Psych. XV. Heft 2) mitgeteilten Falle stellte sich bei einer erblich schwer belasteten, dem Klimakterium nahestehenden Frau während der Menses neben Insomnie ein Drang ein, Knaben unter 10 Jahren an sich zu locken, zu küssen und ihre Genitalien zu betasten. Die Frau, welche intermenstruell keinerlei sexuelle Begehrlichkeit zeigte, verlangte selbst Überwachung in der kritischen Zeit.Google Scholar
  2. 1).
    Funkelstein stellte fest, daß bei gesunden Frauen während der normalen Menstruation eine Einschränkung des Gesichtsfeldes eintritt; diese Einschränkung ist nach den Untersuchungen Salo Cohns bei Dysmenorrhöe in den Tagen der größten Beschwerden am erheblichsten.Google Scholar
  3. 1).
    Man hat, um die Beeinflussung der Dysmenorrhöe von der Nase aus zu erklären, komplizierte Reflextheorien ausgesonnen. Die menstruellen Veränderungen im Uterus sollen auf reflektorischem Wege Anschwellungen bestimmter Stellen der Nasenschleimhaut herbeiführen und diese hinwiederum reflektorisch die dysmenorrhoischen Erscheinungen auslösen (Schiff, Fließ). Nach dem letztgenannten Autor haben besonders zwei Stellen der Nasenhöhle Beziehungen zum weiblichen Sexualapparat: die untere Muschel und das Tuberculum septi.Google Scholar
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    S. Koblanck: Über nasale Reflexe. Deutsche med. Wochenschr. 1908. Nr. 24.Google Scholar
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    Skeene (zitiert bei Jaworski, Wiener klin. Wochenschr. 1910. Nr. 40) fand, daß unter 192 psychisch kranken Frauen im Alter von 17–46 Jahren nur 27 normal menstruierten.Google Scholar

Copyright information

© J. F. Bergmann, München und Wiesbaden 1922

Authors and Affiliations

  • L. Löwenfeld
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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