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Entwicklung und Dauer der sexuellen Funktionen

  • L. Löwenfeld
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Zusammenfassung

Die kindliche Sexualität bildete erst in neuerer Zeit den Gegenstand eingehenderer Studien, die unsere Kenntnisse in vielen Beziehungen vermehrten, aber auch zu Meinungsverschiedenheiten geführt haben, welche früher nicht bestanden. Bis 1905 war in den ärztlichen Kreisen die Ansicht alleinherrschend, daß der Komplex von Vorgängen, die man als sexuelle Funktionen bezeichnet, beim Kinde normalerweise mangelt. Die alltägliche Beobachtung schien diese Ansicht genügend zu stützen.

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Notes

Literatur

  1. 1).
    4. Auflage 1920.Google Scholar
  2. 2).
    Der Auffassung des Ludeins als einer Sexualäußerung trat in neuerer Zeit insbesondere Moll (Sexualleben des Kindes S. 155) entgegen. Auch Bleuler ist keineswegs überzeugt, daß das Ludeln im Prinzip etwas Sexuelles sei (Jahrbuch für psychoanalytische usw. Forschungen. II. Bd. 2. Hälfte. S. 647). Wenn Dr. Galant, wie Freud erwähnt, von einem erwachsenen Mädchen berichtet, das beim Ludeln Sensationen hatte, die sich nicht wesentlich von denen unterscheiden, welche andere weibliche Personen bei der Kohabitation empfinden, kann ich diesem gegenüber auf die Aussagen zweier mir als völlig zuverlässig bekannter Frauen verweisen, die das Ludeln mit einer Brotrinde vor dem Schlafengehen bis etwa zum 10. Jahre betrieben und dadurch ihre Zähne geschädigt hatten. Beide erklärten mit Bestimmtheit, daß ihre Empfindungen beim Ludeln keinerlei Ähnlichkeit mit denen beim sexuellen Verkehr hatten.Google Scholar
  3. 1).
    S. Löwenfeld: Über die sexuelle Konstitution und andere Sexualprobleme. Wiesbaden. J. F. Bergmann. 1911.Google Scholar
  4. 1).
    Adler: „Über den nervösen Charakter.“Wiesbaden 1912. S. 72. „Das heißt, er arbeitet mit einer aus dem Endzweck abgeleiteten Fiktion, um sich zu sichern, ähnlich wie Sophokles die Ödipussage formt und ausgestaltet, um die heiligen Gebote der Götter zu festigen.“An einer anderen Stelle S. 104 äußert sich der Autor dahin, daß der Inzestkomplex lediglich die Übertragung der kindlichen Liebesbeziehungen zu Vater oder Mutter in ein sexuelles Schema darstellt.Google Scholar
  5. 1).
    Über den Beginn der Pubertätsentwicklung schwanken die Angaben der Autoren sehr. Moll (1. c.) verlegt dieselbe an das Ende der zweiten nach seiner Einteilung vom 8. bis zum Beginn des 15. Lebensjahres sich erstreckenden Kindheitsperiode. Köhl (Pubertät und Sexualität 1911) nimmt als untere Grenze für die Zeit der Pubertätsentwicklung für Mädchen das 14. und 15.., für Knaben das 15. und 16. Lebensjahr an. Diese Angaben sollen jedoch nur für die Landbevölkerung gelten. Dörnberger (Deutsche Praxis Nr. 24. 1905) bemerkt, daß man als Beginn der Pubertät im allgemeinen das 12.–16. Jahr annimmt. Nach Seved Ribbing soll die Pubertätszeit beim Manne meist zwischen das 17. und 21. Lebensjahr fallen, eine Angabe, die zwar für Skandinavien, aber für die mitteleuropäische Bevölkerung keine Geltung beanspruchen kann.Google Scholar
  6. 1).
    Steinach: Untersuchungen zur vergleichenden Physiologie der männlichen Geschlechtsorgane, insbesondere der akzessorischen Geschlechtsdrüsen. (Arch. f. d. gesamte Physiologie 1894, Bd. 56, S. 304–338.)Google Scholar
  7. 1).
    Marshall: The Physiology of Reproduktion 1910. Hier sind auch experimentelle Beobachtungen Steinachs, Zentralbl. f. Physiologie, Bd. 24, Nr. 13, 1910, zu erwähnen. Der Autor fand, daß bei kastrierten und impotenten Fröschen durch Einspritzung der Hoden oder von Teilen des Nervensystems brünstiger Männchen sich geschlechtliche Erregung (der Umklammerungstrieb) auslösen ließ. Bei in jugendlichem Alter kastrierten Ratten, bei welchen die Hoden mit Erfolg an die innere Bauchwand implantiert wurden, mangelte es nicht an einem starken Geschlechtstrieb, obwohl das spermatogene Gewebe sich nicht entwickelt hatte.Google Scholar

Copyright information

© J. F. Bergmann, München und Wiesbaden 1922

Authors and Affiliations

  • L. Löwenfeld
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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