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Der Zusammenbruch des friderizianischen Staates

  • Eberhard Schmidt
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Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 6)

Zusammenfassung

Äußere Expansion eines Staates ist nicht immer ein Indiz für innere Festigkeit. Der preußische Staat, der in der Epigonenzeit von 1786—1806 um mehr als 2000 Quadratmeilen anwuchs, dessen Bevölkerungszahl von 5½ auf 10 Millionen Einwohner erhöht wurde, trug die Keime des entsetzlichen Zusammenbruchs von 1806 in sich, als er äußerlich in größter Blüte zu stehen schien und auch im Innern die Abkehr von der rigorosen Strenge des alten Fritz einen Zustand großer Zufriedenheit und bequemen Wohlbehagens geschaffen hatte. Die Gründe für den Zusammenbruch sind hier nur so weit aufzuzeigen, als sie im Verfassungs- und Rechtsleben zu suchen sind. Ganz allgemein läßt sich sagen, daß die Staatsmaschine, ihres genialen Lenkers beraubt und mangels einer erfahrenen und energischen Herrscherpersönlichkeit „unverantwortlichen Kabinettsräten und Adjutanten“ (Schmoller) ausgeliefert, den übermäßigen Erwerbungen, die politisch so falsch wie möglich waren1, nicht gewachsen war. Die Reformen, die auf verschiedenen Gebieten in Angriff genommen wurden, gelangten häufig über einen Wust von Schreiberei, Projekten und halben Maßnahmen nicht hinaus. So führten die mit den Instruktionen von 1786 und 1798 unternommenen Versuche, das Generaldirektorium umzugestalten, nicht zu der notwendigen Beseitigung des Provinzial- durch das Realsystem. Nicht vorwärts sah man bei diesen Reorganisationsbestrebungen, sondern rückwärts, indem man zu der alten Kollegialverfassung von 1723 zurückzukehren suchte.

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Notes

Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1929

Authors and Affiliations

  • Eberhard Schmidt
    • 1
  1. 1.Universität KielDeutschland

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