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Kritische Bemerkungen über Gutachter und Rentenbescheide

  • F. Stern
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Zusammenfassung

Jede gutachtliche Tätigkeit stellt den Arzt vor Aufgaben, welche dem gewohnheitsmäßigen Fühlen nicht mehr ganz entsprechen können. Der Gutachter hat nicht mehr den leidenden Kranken vor sich, dem gegenüber er Mitleid hat, dem er mit allen Kräften helfen will, sondern, er ist nur noch das Werkzeug einer Behörde, der Gehilfe eines Richters, die er mit der gleichen höchstmöglichen Objektivität zu unterstützen hat, mit denen der Richter seinen Spruch dem geltenden Recht entsprechend fällt. Daß der Gutachter seine Gefühle nicht zu verlieren braucht und unter seinen Urteilen oft leidet, ist gewiß; aber er hat seiner Aufgabe treu zu sein, die ihm ebenso wie dem Richter nur sachlich, dem Recht entsprechend, auf Grund sachverständiger Kenntnisse, zu urteilen erlaubt. Jede Färbung des Urteilstenors unter dem Einfluß unsachlicher Erwägungen für eine der Parteien ist untersagt. Diese Zurückstellung der Affekte gilt natürlich nicht bloß gegenüber schwer Leidenden, die durch eine rechtlich nicht zustehende Rente wenigstens wirtschaftlich gerettet wären, sondern ebenso für trotzige Aggravanten, die unter der Decke der Demonstration noch echte Symptome eines entschädigungspflichtigen Leidens haben. Die Verärgerung über solche unerfreulichen Handlungen darf uns nicht veranlassen, weniger exakt als bei treuherzig biederen Entgegenkommen des Rentenbewerbers zu untersuchen.

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Notes

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1933

Authors and Affiliations

  • F. Stern
    • 1
  1. 1.Regierungs-Medizinal-Rat in KasselDeutschland

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