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Die Zelle als teilungsfähiges System

  • Hans Mohr
  • Peter Schopfer
Chapter
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Eine Zelle entsteht prinzipiell aus der Teilung einer Mutterzelle. Im Fall einer meristematischen (embryonalen) Pflanzenzelle läßt sich der Sachverhalt der Zellteilung mit der Feststellung beschreiben, daß sich alle wesentlichen Bestandteile einer Zelle zuerst verdoppeln und das ganze System sich alsdann in zwei Hälften teilt (Zellreplication). Die Bildung einer Wand zwischen den Tochterzellen schließt die Zellteilung ab (Abb. 6.1, unten). Mit dem Begriff autosynthetischer Zellcyclus bezeichnet man die Vorgänge zwischen einer Zellreplication und der nächsten. Bei der Beschreibung des Zellcyclus stehen in der Regel die Replication der DNA, der Chromosomen und des Zellkerns im Vordergrund. Diese Vorgänge bestimmen auch die Einteilung des Zellcyclus in verschiedene Phasen (Abb. 6.2, 6.3). Wegen der großen Bedeutung des Genoms erscheint diese Betonung gerechtfertigt. Man muß sich aber stets darüber im klaren sein, daß der Zellcyclus neben dem besonders auffälligen Chromosomencyclus eine Reihe weiterer Prozesse einschließt (Kernhüllencyclus, Nucleolencyclus, Spindelcyclus, Plastidencyclus, Plasmamembrancyclus). Der Mechanismus der Integration der verschiedenen Cyclen ist nicht klar; die vielen Beispiele für eine Entkoppelung der Teilprozesse (beispielsweise Endopolyploidie bei Hemmung des Spindelcyclus) deuten aber darauf hin, daß die Koppelung elastisch ist und auf verschiedenen Stufen erfolgt.

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Weiterführende Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1992

Authors and Affiliations

  • Hans Mohr
    • 1
  • Peter Schopfer
    • 1
  1. 1.Lehrstuhl für BotanikBiologisches Institut II der UniversitätFreiburg i. Br.Deutschland

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