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Zur Zielsetzung der Physiologie

  • Hans Mohr
  • Peter Schopfer
Chapter
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Fragen nach dem Charakter einer wissenschaftlichen Disziplin gehören in die Wissenschaftstheorie. Sie können an dieser Stelle nur kurz behandelt werden. Das Selbstverständnis der heutigen Physiologie ist reichlich verschwommen. Die Erfolge der Biochemie und der Molekularbiologie haben das Selbstbewußtsein der Physiologen gemindert und nicht selten eine Profilneurose verursacht, die sich bis zur Feststellung steigert, die Physiologie „halte sich meist im Vorhof der Probleme auf. Die folgenden Bemerkungen sollen einen konstruktiven Beitrag zu der Frage leisten, welche Bedeutung heutzutage der Physiologie innerhalb der experimentellen Biologie zukommt. Wir gehen dabei von dem klassischen Selbstverständnis der Physiologie aus, wie es sich z. B. in den Einleitungskapiteln bedeutender physiologischer Lehrbücher implizit oder explizit manifestiert. Der Gegenstand der Physiologie, so heißt es, sei das Lebensgeschehen. Die Aufgabe der Physiologie sei die Analyse und kausale Erklärung der Lebensvorgänge. Natürlich wußten auch die klassischen Physiologen, daß die Objekte der Physiologie, die lebendigen Systeme, ungeheuer komplex sind, und daß diese Komplexität nicht auf der Zahl der Elemente, sondern auf der Vielfalt der Wechselwirkungen beruht. Die Physiologen konzentrierten sich deshalb auf die Regulationsvorgänge. Und dabei ist es geblieben: Physiologie ist die Wissenschaft von den Regulations- und Kontrollprozessen.

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Weiterführende Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1992

Authors and Affiliations

  • Hans Mohr
    • 1
  • Peter Schopfer
    • 1
  1. 1.Lehrstuhl für BotanikBiologisches Institut II der UniversitätFreiburg i. Br.Deutschland

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