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Heinrich Bernhard Oppenheim an Lassalle

  • Gustav Mayer
Chapter
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Zusammenfassung

Hoffentlich haben Sie vor einiger Zeit meine kleine neueste Broschüre2) (der erste Bogen derselben ist leider voll sinn- und sprachentstellender Druckfehler) empfangen, die ich Ihnen zugehen ließ. So unbedeutend sie an sich, so geringfügig im Grunde die sie veranlassende Kontroverse ist und so wenig Vertrauen ich im ganzen zu der gegenwärtigen deutschen Piepmeierei und Philisterbewegung hege, so fühle ich mich doch diesmal bewegter ab gewöhnlich und mehr gedrungen, —was ich sonst zu tun vernachlässige—den Schutz der Wohlwollenden anzurufen. Ich bin nämlich in der eigentümlichen Lage, daß man mir hinterrücks Ehre und Hals abschneiden kann, ohne daß ich es merke, denn kaum dringt hier und da eine deutsche Zeitimg in die Pariser Lesekabinette. Num ist es immerhin nicht unwichtig, daß wir Demokraten: den bedingenden Chorus zu dem selbstgefälligen und bornierten Geschrei der Gothaer abgeben. Ferner verfolgen die Gegner konsequent, wie par parti pris, die Taktik, uns als bestochene Bonapartisten hinzustellen —ab gehörten die Erzherzöge, die hier um ihr Fürstentum betteln, zu den Unsrigen, und die „Augsburger Allgemeine Zeitung“, deren sämtliche Pariser Korrespondenten aus französischen Polizeifonds gefüttert worden sind, schreit am lautesten. Übrigens, wie auch die Zustände in Frankreich gerade beschaffen sein mögen, dieses Land ist und bleibt doch immer unser Palladium, und der Instinkt der Reaktion treibt diese immer zum Franzosenhaß. Doch was predige ich Bekehrten! Ich wollte Sie nur bitten, gelegentlich unsere Sache zu führen oder etwa bei einem persönlichen Angriff mich zu avertieren. Grüßen Sie auch Stahrs und bitten Sie ihn um Teilnahme! …

Notes

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1923

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  • Gustav Mayer

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