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Politische Anfänge

  • Gustav Mayer
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Zusammenfassung

Es ist ein gemeinsamer Zug, der durch alles geht, was das geistige Leben Deutschlands in den dreißiger Jahren in eine wachsende fiebrige Bewegung versetzte, daß überall, wo Meinungen sich gegenüberstanden — und es gab bald kein Gebiet mehr, wo dies nicht der Fall war — für oder wider die Autorität gestritten wurde. Nun hatte das gewaltige Beispiel der großen französischen Revolution den konservativen Staatslenkern gezeigt, daß eine Schilderhebung gegen die Autorität, mochte sie auf kirchlichem, staatlichem oder gesellschaftlichem Boden ihren Ausgangspunkt nehmen, alle autoritativen Mächte in Mitleidenschaft zu ziehen droht. Zwar war es der heiligen Allianz unter gewaltigen Opfern gelungen, die alte Staatenordnung im wesentlichen wieder herzustellen und auch innerhalb der Staaten den Einfluß der alten Autoritäten noch einmal zu befestigen. Doch die Mächte der Revolution, nur zeitweise unterjocht, nicht endgültig ausgerottet, begannen bald wieder an den eisernen Ketten zu rütteln, mit denen man sie gefesselt hatte, und die Kraft, mit der es geschah, wurde der Schrecken der Machthaber. Weil er sich der Mühe bewußt blieb, die es gekostet hatte, die Hydra zu bändigen und weil er den erzielten Erfolg nicht ein zweites Mal in Frage zu stellen wagte, erblickte Fürst Metternich, die Seele der siegreichen Restauration, in der Wiener Kongreßakte einen Felsstein, den man auf den Eingang zur Hölle gewälzt hatte. Sie wurde ihm ein Rührmichnichtan, und die Aufrechterhaltung des Status quo innerhalb und außerhalb Deutschlands und hier wieder in allen Bereichen des Lebens und Wirkens die Richtschnur seiner Politik.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1920

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  • Gustav Mayer

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