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Universitätszeit

  • Otto Lubarsch
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Zusammenfassung

Oktover 1879 wurde ich in der philosophischen Fakultät der Universität Leipzig immatrikuliert. Vorwiegend hörte ich philosophische Vorlesungen, daneben Physik bei Hankel. Einführung in die Chemie, analntische Geometrie und eine volkswirtschaftliche Borlesung, Finanzwissenschaft bei dem späteren Führer der nationalliberalen Partei, Privatdozent Dr. Friedberg. Von philosophischen Professoren hörte ich noch den alten Drobisch, Heinze und vor allem den ungemein anregenden Wilh. Wundt über Geschichte der Philosophie. W. stand damals noch nicht auf der Höhe seines Ruhmes; wohl aber auf der seiner akademischen Leistungen. Die Schlichtheit, Rlarheit und Wahrhaftigkeit seines Vortrages, die Tiefe des Jnhalts waren ungemein wirkungsvoll, fesselten und regten an. Jch habe später in Heidelberg den sehr viel glänzenderen Redner Runo Fischer über den gleichen Gegenstand vortragen hören — der Glanz und die Formvollendung seiner Rede entfachten zunächst großere Begeisterung und Erregung, aber mit der Zeit ermüdete die bewußte Eleganz und die immer mehr hervortretende Selbstgefälligkeit des Redners und ließen die Einseitigkeit und Ungerechtigkeit des Urteils schärfer hervortreten.

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Notes

Literatur

  1. 1.
    Bon seinem überlegenen Humor erlebte ich in der Staatsprüfung eine köjtliche Probe. R. fragte einen Witprüfling, einen sehr fleißigen, aber etwas beschränken Mann nach Abführmitteln, morauf dieser die gewöhnlichsten und neuzeitlichstenn mit großer Bollständigkeit nannte, nur Rizinusöl nicht. Als R. schließlich in seiner gemütlichen badischen Mundart fragte: „Na, kenne Se denn’ s Rizinusöl nit?“ antwortete Herr Ochs — so hieß der Prüfling —: „Rizinusöl ift kein Abführmittel, sagt Prof. Schmiedeberg“, morauf R. in die denkwürdigen Worte ausbrach: „Wenn dem feine Frösch’ nil drauf fch …e, meine Patiente tue es.“Google Scholar
  2. 1.
    Naunhnhat in seinen Erinnerungen (S. 430) ein recht ungünstiges urteil über a on Recklinghausen gefällt, allerdings mehr über den Fakul-tätsdiktator, und ihn als halsstarrig und unklar bezeichnet, allerdings selbst hervorgehoben, datz er das nur in Fakultätsangelegenheiten war. (Sine Spur datum hat auch der Gelehrte von Reklinghausen in seinem nachgelas-fenen Werk über die Osteomalazischen Erkrankungen gezeigt. Aber diefe unklarheit mar nur die Folge seiner unbedingten Ehrlichkeit und seiner Selbst-kritil.Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1931

Authors and Affiliations

  • Otto Lubarsch

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