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Die Voraussetzungen und Bedingungen der Rentabilität eines Staatsmonopols

  • H. Giebel
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Zusammenfassung

Die Einführung eines Monopols macht den Staat zum Unternehmer und belastet ihn mit den gesamten Gefahren und dem Risiko, das die monopolisierte Industrie oder Unternehmungen laufen. Es sichert ihm andererseits als Entgelt für das Unternehmerrisiko den möglichen Gewinn. Seine Stellung unterscheidet sich indessen sehr wesentlich von derjenigen, die ein privater Unternehmer einnimmt. Es liegt ihm nämlich nicht nur ob, seine Gewinninteressen zu verfolgen, sondern es kommen auch noch die Interessen der Gesamtwirtschaft in Frage. Oft sind letztere für bedeutsamer gehalten worden, als die finanzielle Nutzbarmachung eines Industriezweiges. Ihre Wahrnehmung hat häufig als Grund für die Verstaatlichung gedient. Von dieser Feststellung ausgehend, kann die Verstaatlichung der Kaliindustrie nur unter einer doppelten Voraussetzung gerechtfertigt werden, nämlich daß:
  1. 1.

    eine dauernde Rentabilität gesichert ist; und daß diese im richtigen Verhältnis zum laufenden Risiko steht,

     
  2. 2.

    die Gesamtwirtschaft durch die Verstaatlichung keinen wesentlichen Schaden erleidet.

     

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Notes

Literatur

  1. 1).
    Das neuere Verfahren von Cushman & Goggeshall besteht darin, daß Feldspat mit 20% gebranntem Kalk vermischt, auf einem Transportband mit 15,4% Calciumchlorid (in 40%iger Lösung) befeuchtet und im Drehofen gebrannt wird. Das Brennprodukt wird ausgelaugt und die Lauge eingedampft. Es sollen 83% des Kalis auslaugbar sein. (Metallurg. Chem. Eng. 13, 99, 1915.)Google Scholar
  2. 1).
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    Vor der Institution of Mining & Metallurgy in London hat im Dezember 1917 Mister E. A. Ashcroft Mitteilungen über die Möglichkeit der Gewinnung von Kali aus Feldspat in England gemacht. Im Nordwesten in Schottland nahe der Küste sei ein Vorkommen, das mindestens 12 Millionen, vielleicht auch 20 Millionen Tonnen Feldspat enthalte, der im Tagebau gewonnen werden könne und welcher einen Kaligehalt von 8% K2O oder 12% KCl besitze. Aus diesem Vorkommen könne der Bedarf Englands an Kali für 50 Jahre gedeckt werden. Das 80prozentige Kalisalz würde im Frieden vielleicht nicht teuerer als 140 Mark oder höchstens 300 bis 400 Mark die Tonne zu stehen kommen. Nach der Ansicht des Vortragenden kann, nach dem von ihm beschriebenen Verfahren das gewonnene Kali den Wettbewerb mit den deutschen Kalisalzen aufnehmen. Der neuen Industrie komme zugute, daß das Ausgangsmaterial in großer Menge vorhanden sei, einen hohen Prozentsatz von Kali enthalte und im Tagebau gewonnen werden könne. Außerdem könne der Feldspat per Wasser transportiert werden. Das Verfahren sei sehr einfach und benötige keine Säuren oder andere teuere Materialien. Obwohl die Erzeugung von Nebenprodukten keine große Rolle spiele, so sei trotzdem Aussicht vorhanden, daß die Rückstände weitere nützliche Verwendung finden könnten, wodurch sich der Gewinn erhöhe bzw. die Herstellungskosten des Kalis geringer würden. („Chemiker-Zeitung“ Nr. 6566 v. 1. 6. 1918.) Wenn es tatsächlich richtig ist, daß die Abbaukosten des Feldspats, die in Amerika 2 Dollars die Tonne betragen sollen, sehr gering sind, so verdienen die vorstellenden Mitteilungen die ernsteste Beachtung.Google Scholar
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    Vergl. E. Böhler a. a. O. S. 501 ff. — Regierungsseitig ist eine Fabrik in Summerland (Kal.) gegründet worden, die täglich 200 Tonnen Kelp verarbeitet und hieraus 5 Tonnen salzsaures Kalium gewinnen sollte. Zu nennen sind ferner die American Potash Co., die in Long Beach, Kal., eine Fabrik errichtet hat. Die letztgenannte verarbeitet täglich 1500 Tonnen Kelp, woraus sie 18 Tonnen Kaliumsalze und 24 Tonnen Essigsäure gewinnt, wodurch der Gestehungspreis der Kalisalze heruntergedrückt wird. Aufgeführt seien ferner die Diamond Match Co., Swift u. Co., Chicago, Pacific-Products Co. Daneben gibt es noch zahlreiche andere. Im ersten Halbjahr 1917 betrug die Produktion von Kalisalzen aus Kelp 2143 Tonnen.Google Scholar
  9. 1).
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    Vergl. Anlage.Google Scholar
  14. 1).
    „Le Phosphate“ vom 15. 5. 1918.Google Scholar
  15. 1).
    Buschmann: Das Salz, Wien, 1909. 1. Bd., S. 8.Google Scholar
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    Vergl. insbesondere hierüber: J. Niedzwiedski, Geol. Skizzen des Salzgebirges von Kalusz in Ostgalizien. Oesterreich. Zeitschrift f. Berg- und Hüttenwesen 1912, S. 413 ff. u. 432 ff.Google Scholar
  17. 1a).
    J. Niedzwiedski, Geol. Skizzen des Salzgebirges von Kalusz in Ostgalizien. Oesterreich. Zeitschrift f. Berg- und Hüttenwesen 1912, S. 432 ff.Google Scholar
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© Verlag von Julius Springer Berlin 1918

Authors and Affiliations

  • H. Giebel

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