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Die absolute Verfügungsfreiheit

  • Arthur Curti
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Zusammenfassung

Das englische Recht gibt dem Erblasser vollständige, uneingeschränkte Verfügungsfreiheit über sein ganzes Vermögen. Ein Ehemann kann deshalb seine Frau und seine übrigen Angehörigen, wie Kinder und Eltern, im Testament übergehen. Es ist nicht einmal nötig, sie ausdrücklich auszuschließen und zu enterben; es genügt, daß im Testament über das ganze Vermögen zugunsten anderer Personen verfügt wird. Macht ein Familienvater von diesem Rechte Gebrauch, so bedeutet dies in den Fällen, da Frau und Kinder kein eigenes Vermögen haben, eine große Unbilligkeit und verstößt gegen die natürliche Pflicht eines Vaters, auch für die Zukunft seiner nächsten Angehörigen„ vor allem der von ihm selbst erzeugten Kinder, zu sorgen. Deshalb verbietet das kontinentale Recht die Übergehung der nächsten Angehörigen. Verletzt der Erblasser dese Vorschrift, so fällt gleichwohl auf dem Kontinent den nächsten Verwandten von Gesetzes wegen ein bestimmter Teil des hinterlassenen Vermögens, der Pflichtteil, zu. In England ist dies nicht der Fall. Um indessen die nächsten Angehörigen vor der Gefahr schuldloser Enterbung zu schützen, läßt sich die Frau bei Eingehung der Ehe für sich selbst und für die Kinder zum voraus ein bestimmtes Vermögen des Mannes durch Vertrag zusichern. Dies geschieht in den Eheverträgen (marriage settlements), welche auch Bestimmungen erbrechtlicher Natur enthalten (vgl. S. 66).

Notes

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1927

Authors and Affiliations

  • Arthur Curti
    • 1
  1. 1.ZürichSchweiz

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