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Die jugendlich Kriminellen und Verwahrlosten

  • Karl Birnbaum
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Zusammenfassung

Die biologische Phase der Pubertät und Entwicklung, die Jahre des geistigen Wachstums und Reifens greifen mit ihren tiefgehenden psychophysischen Wand lungen weit ins allgemeinseelische und damit auch ins sozialpsychische Leben des Individuums ein und beeinflussen mit Vorliebe die jugendliche Persönlichkeit und ihre Reaktivität, sei es vorübergehend, sei es nachhaltig im Sinne sozialer Gefährdung. Dies gilt in noch erhöhtem Maße in pathologischen Fällen, woraus sich ganz allgemein der erhebliche pathologische Einschlag beim jugendlichen Verbrechertum erklärt. Das grundsätzliche Interesse, das jede Kriminalpsychopathologie an der Jugendkriminalität, diesem Hauptinteressenzentrum aller Kriminalwissenschaft nehmen muß, ist daher schon durch diese starke Beteiligung pathologischer Elemente an der Frühunsozialität (sie erreicht nach psychiatrischen Massenuntersuchungen im Durchschnitt etwa 50% und geht zum Teil noch darüber hinaus) gegeben. Hinzu kommt noch, daß gerade die Frühkriminellen — und also gerade auch die pathologischen Jugendlichen — die Hauptreservetruppen zu dem Rückfalls- und Habitualverbrechertum stellen: eine äußere Beziehung, die ohne weiteres auf einen inneren Zusammenhang zwischen beiden hinweist und sich speziell aus dem Anlagecharakter der kriminellen Tendenzen gerade in den pathologischen Fällen erklärt.

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Notes

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1931

Authors and Affiliations

  • Karl Birnbaum

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