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Hippokrates pp 51-52 | Cite as

Von den Träumen (Diät IV) (πєρì єνυπνíων)

  • Arnold Sack
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Zusammenfassung

Wer vernünftig urteilt, wird finden, daß Traumgesichte in jeder Hinsicht eine große Bedeutung haben. Während die Seele in wachem Zustand sich in allerlei nach außen gerichteten Tätigkeiten zersplittert und somit nicht sich selbst gehört.. ist sie in der vollkommenen Ruhe des Schlafes in ständiger Bewegung innerhalb des Leibes und seiner Organe; sie ist sozusagen bei sich zu Hause und regiert gewissermaßen alle Leibesverrichtungen selbst. Während der schlafende Leib von allen äußeren Wahrnehmungen abgesperrt ist, kann die allein wachende Seele ihre Erkenntnisarbeit ungestört verrichten: das schauen, was zu schauen ist, das hören, was zu hören ist, ausschreiten, berühren, trauern, sich auf etwas besinnen und so in ihrer eingeengten Begrenzung während des Schlafes alle in Betracht kommenden Funktionen des Leibes wie der Seele selbst verrichten. Und derjenige, welcher versteht, es vernünftig zu deuten, hat sich einen guten Teil dieser Weisheit angegeignet. (D. IV, 86.)

Notes

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1927

Authors and Affiliations

  • Arnold Sack

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