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J. F. Herbart

1776–1841
  • Paul Przygodda
  • J. G. Fichte
  • E. v. Hartmann
Chapter
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Zusammenfassung

Was nun das Unternehmen anlangt, erst die Grenzen des menschlichen Erkenntnisvermögens auszumessen, und dann die Metaphysik zu kritisieren, so setzt dieses die Täuschung voraus, als ob das Erkenntnisvermögen leichter zu erkennen sei, denn das, womit die Metaphysik sich beschäftige. Es liegt aber vor Augen: daß alle Begriffe, durch die wir unser Erkenntnisvermögen denken, selbst metaphysische Begriffe sind. Erlauben wir uns, von unserem Geiste zu reden, als ob in ihm eine Mannigfaltigkeit von Vermögen (wenn auch nur der Sensation und Reflexion) vorhanden sei: so verfallen wir in einen Widerspruch. Sprechen wir von der Wirksamkeit dieser Vermögen, von der Veränderung unserer Gedanken durch das Denken: so geraten wir in das Trilemma, welches der Veränderung überhaupt entgegensteht; und welches schon die Eleaten müssen durchschaut haben, da sie die Veränderung so entschieden leugneten. Halten wir unsere Seele für eine unbeschriebene Tafel, auf welche durch Hilfe der Sinne Eindrücke von äußeren Dingen gemacht werden: so stehen uns die Widersprüche in den Begriffen des Tätigen und Leidenden im Wege.

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Notes

Literature

  1. *).
    Lehrbuch zur Einleitung in die Philosophie. 4. Ausgabe. Königsberg 1837. §§ 149–150.Google Scholar
  2. 1).
    Auf Einheit der Seelenkraft drang zwar schon Wolf (psych. rat. § 57); er erwähnt, daß aus Annahme mehrerer Kräfte unauflösliche Schwierigkeiten in der Bestimmung ihres gegenseitigen Kausalverhältnisses entstehen würden. Dennoch ist er von derjenigen Einheit, worauf es in der Psychologie ankommt, weit entfernt geblieben. Er nimmt eine Menge von Gesetzen der verschiedenen Seelenvermögen aus der empirischen Psychologie herüber.Google Scholar
  3. *).
    Lehrbuch zur Einleitung in die Philosophie. 4. Ausgabe. Königsberg 1837. §§ 151–155.Google Scholar
  4. *).
    Zuerst erschienen als „Allgemein-pädagogische Abhandlung“ in der zweiten Auflage von „Pestalozzis Idee eines ABC der Anschauung als ein Zyklus von Vorübungen im Auffassen der Gestalten.“ Göttingen 1804.Google Scholar
  5. 1).
    M. s. seine Grundl. z. Metaph. d. Sitten. S. 51.Google Scholar
  6. 2).
    Man kann dabei eine Stelle in Platos Republik im sechsten Buch [Steph. p. 505b] vergleichen: τοῖς μὲν πολλοἷς ἡδονὴ δοκεῖ εἶναι το ἀγαϑόν τοῖς δέ κομψοτέροις φρόνησις. Hier rügt er nun den Zirkel: oὐκ ἔχονσι δεῖξαι, ἥτις φρόνησις, ἀλλ’ ἀναγκάζονται τελεντώντες τὴν τ οῦ ἀγ αϑοῦ ῳάναι Google Scholar
  7. 1).
    Plato Vol. VIII, p. 45 Ed. Bip. (Steph. p. 645 a): Trὴv τοῦ λογισμοῦ ἀγωγὴνμαλανὴν, ἅιε χρνσῆν.ἅτε γὰρ τοῦ λογισμοῦ καλοῦ μὲν ὂντος, πρᾴον δὲ καὶ οὐ βιαἰον κ τ. λ. Google Scholar
  8. 2).
    Man vergleiche hier die σοφία, ἀνδρεία und σωφροσύνη des Plato, hauptsächlich nach der Darstellung im vierten Buche der Republik. (Steph. p. 428 sp.)Google Scholar

Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1916

Authors and Affiliations

  • Paul Przygodda
  • J. G. Fichte
  • E. v. Hartmann

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