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Zusammenhänge zwischen Körpermaßen und -gewicht und der Lebensdauer

  • Siegenbeek van Heukelom
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Zusammenfassung

Wiederholt schon ist darauf hingewiesen worden, daB der schwaehe Punkt bei der ärztliehen Untersuehung für die Lebensversieherung die unvermeidbare Oberfläehlichkeit ist. Oberflächlieh ist das Urteil des begutachtenden Arztes, der nach einer kurzen Untersuchung ein festes Urteil über eine ihm meist vollkommen fremde Persönlichkeit haben muß und sich zu dem Zwecke nur der elementarsten Untersuchungsmittel bedienen kann. Oberflächlich ist auch das Urteil des Vertrauensarztes, der aus der Antwort auf einige schematische Fragen sich nicht nur ein Urteil über den Gesundheitszustand, sondern auch über die wahrscheinlichen Lebensaussichten dieser Person in den nächsten 10 Jahren bilden nuß. Und gerade dies ist etwas, das ein gewissenhafter Arzt selbst nach länger dauernder und sorgfältiger Beobachtung nur mit einer peinlichen Empfindung der Unsicherheit und einer gewissen Hemmung auf sich nimmt. Wieviel besser würde dies alles sein, wenn es möglich wäre, an die Stelle der subjektiven Ansichten rein den Tatsachen entsprechende Daten zu stellen. Aber was ist an Objektivität in Urteilen enthalten wie: gesund oder schwaeh, schlank, schmale Brust, reines Atemgerausch, leise Herztöne oder Herzgeräusch, harter oder weicher Puls ? Alle derartigen Angaben sind relativ. Absolut sind nur einige chemische Reaktionen und die Zahlen, die das Korpergewicht und die Körper-maße betreffen. Dies sind die Angaben, die dem ärztlichen Berater der Gesellschaft eine feste und sichere Handhabe bieten, wenigstens bieten müssen. Dieser letztere Vorbehalt muß gemacht werden, weil die Zahlen natürlich nur dann Wert haben, wenn sie richtig aufgenommen sind. Jedoch ist es geradezu auffallend, wie wenig Wert im allgemeinen der begutachtende Arzt diesen Angaben beimißt. Zuweilen sind die Zahlen üerhaupt nicht eingetragen, zuweilen nur mit ±, oft unter dem Zusatz „nach Sehätzung“. Wenn man nun den Angaben aus verschiedenen aufeinanderfolgenden Berichten bei erganzenden Versicherungen nachgeht, so stellt sich zuweilen dabei heraus, daß ein und dieselbe Person in einer Zwischenzeit von einigen Jahren derartigen wunderbaren Schwankungen in Länge und Gewicht unterworfen ist, daß man kaum glauben kann, es mit dem gleichen Menschen zu tun zu haben.

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© Verlag von Julius Springer 1925

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  • Siegenbeek van Heukelom

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