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Die Rechtsvorschriften

  • Hans Planitz
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Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 5)

Zusammenfassung

Das Recht stellt für das Gemeinschaftsleben der Menschen Regeln auf, deren Verwirklichung es fordert. Es ist eine soziale Erscheinung wie Sitte und Sittlichkeit, unterscheidet sich von ihnen aber dadurch, daß die Verletzung der Rechtsregel äußeren Zwang hervorruft. Das Recht erschien dem Germanen als etwas Unveränderliches, Ewiges; in christlicher Zeit leitete man seinen Ursprung von Gott selbst her (11). Als Teil der göttlichen Weltordnung kann das Recht daher auch nicht von Menschen gesetzt, sondern nur „gefunden“ werden (12). Der Staat macht nicht das Recht, er hat ihm nur mit seinen Machtmitteln zu dienen. Erst der absolute Staat sah nach römischen Vorbild im Recht den staatlichen Machtspruch. Die Folge war die Vorherrschaft der formalen Logik, der einseitigen juristischen Technik, die mit der Annahme des rezipierten Rechts und sodann mit dem positiven Recht der Kodifikationen verbunden war. Mit dem Naturrecht beginnt die neue Bewegung, der Idee der Gerechtigkeit den Vorrang vor dem positiven Recht zu sichern. So entsteht eine neue, freie Rechtsfindung. Sie kann sich nicht im Interessenausgleich zweier Individuen erschöpfen, sondern muß der höheren Idee der Gerechtigkeit dienen.

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Notes

Schrifttum

  1. Jacob Grimm, Deutsche Rechtsaltertümer, 1828, 4. Aufl. (Heusleb, und Hübner) 1899.Google Scholar
  2. Frensdorff, Recht und Rede, 1886.Google Scholar
  3. v. Zallinger, Wesen und Ursprung des Formalismus im altdeutschen Privatrecht, 1898.Google Scholar
  4. v. Amira, Die Handgebärden, 1905; Der Stab in der german. Rechtssymbolik 1909.Google Scholar
  5. Herbert Meyer, Das Publizitätsprinzip, 1909.Google Scholar
  6. Beseler, Volksrecht und Juristenrecht, 1843.Google Scholar
  7. Brie, Die Lehre vom Gewohnheitsrecht I, 1899.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1931

Authors and Affiliations

  • Hans Planitz

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