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Die situative Orientierung

  • Hans-Joachim Haase
Chapter
Part of the Monographien aus dem Gesamtgebiete der Neurologie und Psychiatrie book series (MONOGRAPHIEN, volume 83)

Zusammenfassung

Bonhoeffer kennzeichnete den sog. Korsakowschen Symptomenkomplex mit den Symptomen der zeitlichen Desorientierung, örtlichen Desorientierung, Konfabulationen und Merkfähigkeitsstörungen. Entsprechend den vielfach geübten Bestrebungen, psychopathologische Syndrome auf den Ausfall oder die Änderung einzelner psychischer Funktionen zurückzuführen, war es naheliegend, zeitliche und örtliche Desorientierung aus den Störungen der sog. Merkfähigkeit abzuleiten, wie es vielfach geschah. Darüber wurde die Ganzheit der erkrankten Person und ihre veränderten Beziehungen zur Umwelt, die hinter der äußeren Symptomatik standen, noch nicht gesehen. Schon die Begriffe der örtlichen und zeitlichen Desorientierung veranlaßten zwar zur Registrierung der Symptome, sahen aber in erster Linie den Ausfall und kaum das veränderte Sosein dieser Kranken, die in ihrer eigenen Welt lebten. Ort und Zeit wurden als feststehende Größen gesehen, in denen der Kranke sich nicht zurechtfand. Damit traf man aber in erster Linie die überpersönliche Örtlichkeit und Zeitlichkeit, d. h. die der persönlichen Gehalte entkleideten räumlichen Bezüge (Anordnung der Häuser, der Zimmer, der Betten usw.) und zeitlichen Daten (Jahreszahl usw.). Erst durch die Beachtung der Bedeutung der Person in der Psychologie (W. Stern = personalistische Psychologie) und in der Psychopathologie (die antropologischen Richtungen) wird mehr und mehr das veränderte Sosein der Kranken in den Blickpunkt gerückt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1959

Authors and Affiliations

  • Hans-Joachim Haase
    • 1
  1. 1.Psychiatrischen KlinikMedizinischen Akademie DüsseldorfDeutschland

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