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Die Theorie der flexiblen Wechselkurse

  • Tilmann Gerhards
Chapter
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Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 99)

Zusammenfassung

Im traditionellen Zahlungsbilanzansatz wird der Devisenmarkt wie ein Gütermarkt betrachtet. Wie der Preis eines Gutes durch das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage pro Zeiteinheit bestimmt wird, so ergibt sich auch der Wechselkurs als inländischer Preis der ausländischen Währung, als das Gleichgewicht von Devisennachfrage und -angebot. Dieses Gleichgewicht resultiert aus der Nachfrage der Inländer nach ausländischen Waren und Dienstleistungen sowie dem Devisenangebot, das sich aus der Nachfrage der Ausländer nach inländischen Gütern und Dienstleistungen ergibt. Dabei werden sowohl Nachfrage als auch Angebot an Devisen als Stromgrößen dargestellt, beispielsweise in Einheiten ausländischer Währung pro Zeiteinheit. Den Gegebenheiten auf den Finanzmärkten wurde dagegen von den traditionellen Ansätzen keine Beachtung geschenkt. Finanzströme waren vielmehr einfach das Resultat der Güterströme, die ihrerseits lediglich durch relative Preise und Einkommen bestimmt waren.

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Literatur

  1. 1.
    Eine empirische Untersuchung für die aktuelle Periode flexibler Wechselkurse, die die Marshall-Lerner-Bedingung in Frage stellt, wird in Rose [1991] vorgenommen. Empirische Resultate, die den J-Kurveneffekt bestätigen, zeigen Artus und Young [1979]. Dagegen zeigen Untersuchungen von Rose und Yellen [1989] keine statistisch signifikanten Effekte von Wechselkursänderungen auf die Handelsbilanz.Google Scholar
  2. 2.
    Falls die Differentialgleichungen nur einen negativen Eigenwertanteil haben, so liegt Sattelpfadstabilität vor, vgl. Metzler [1945].Google Scholar
  3. 3.
    Da diese Bedingung auf Hicks [1946] basiert, wird sie auch als “Stabilitätsbedingung im Sinne von Hicks” bezeichnet.Google Scholar
  4. 4.
    Dabei wurde das ausländische Preisniveau P* auf Eins normiert und (s-p) stellt den Logarithmus des realen Wechselkurses von SP*/P dar, vgl. Dornbusch [1976, S.1104]Google Scholar
  5. 5.
    Erweiterungen des Dombusch-Modells, bei denen einige der strikten Annahmen abgeschwächt werden, wurden von Wilson [1979], Mussa [1982, 1984] und Obstfeld und Rogoff [1984] durchgeführt.Google Scholar
  6. 6.
    Eine alternative Bedingung für die Überprüfung der Stabilität in dieser Matrix A verlangt, daß die Spur der Matrix negativ und die Determinante positiv ist, vgl. Felderer und Homburg [1984]. Diese Bedingung ist unter Berücksichtigung der Vorzeichen der partiellen Ableitungen erfüllt.Google Scholar
  7. 7.
    Dies resultiert aus Gleichung (3.4.4) und der Annahme, daß die anderen Variablen unverändert bleiben. Dieses Vorgehen wird z.B. auch von Tobin und Buiter [1978] oder MacDonald [1988] verfolgt. Zu einem anderen Ansatz gelangt man, wenn man von der Überlegung ausgeht, wonach Staatsanleihen nicht mit einem Anstieg des Netto Vermögens gleichzusetzen sind, da die Wirtschaftssubjekte realisieren, daß das erhöhte Angebot an Wertpapieren über zukünftige Steuerzahlungen finanziert werden muß. Diese Annahme wird auch als Ricardo-Äquivalenz-Theorem bezeichnet, vgl. Barro [1974].Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. Mussa [1984]. Zu den Implikationen einer Risikoprämie, siehe oben Kapitel über Zinsparität.Google Scholar

Copyright information

© Physica-Verlag Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • Tilmann Gerhards
    • 1
  1. 1.Investment/Research, SGZ-Bank, SüdwestdeutscheGenossenschafts-Zentralbank AGFrankfurt am MainDeutschland

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