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Menstruation

  • L. Fraenkel
Chapter
Part of the Handbuch der Normalen und Pathologischen Physiologie book series (2664)

Zusammenfassung

Man versteht unter Menstruation eine monatlich auftretende, blutige Abscheidung aus den weiblichen Genitalien von mehrtägiger Dauer; der Schwerpunkt ist auf die Abscheidung, nicht auf das Blut zu legen. Das Wesen der Menstruation ist nicht das Zerreißen der Gefäße und das Austreten des Blutes — bei den meisten Deciduaten der Tierwelt kommt es dazu überhaupt nicht —, sondern die Entleerung des Sekretes aus den Uterindrüsen. Noch wesenswichtiger wiederum als das Austreten des Sekretes ist seine Bildung und Speicherung, die etwa 10 Tage vorher einsetzt und einhergeht mit einer mächtigen morphotischen Umstellung der ganzen Schleimhaut zu dem Zwecke der Einbettung des befruchteten Eies. Die Menstruation besteht histologisch in der Abwerfung der oberflächlichen Schleimhautschicht und chemisch in der Ausstoßung der für den Aufbau des Fetus gespeicherten Stoffe. Nach der Menstruation und der Wegschaffung der letzten Gewebetrümmer und hämorrhagischen Herde finden wir die Schleimhaut im Ruhestadium (Abb. 216). Unter dem nicht sehr hohen einschichtigen, nur streckenweise flimmernden Zylinderepithel laufen die einfach unverzweigten schmalkalibrigen Uterindrüsen als ziemlich enge Kanäle fast lotrecht nach der Oberfläche; in ihrem untersten Teil, der gelegentlich bis in die Muskelschicht hineinreicht, sind sie ein wenig geschlängelt, während sie durch die oberflächliche Schicht senkrecht hindurchtreten. In den Zwischenraum zwischen je zwei Drüsen würden etwa 4–6 solche Lumina hineinpassen. Das Bindegewebe zwischen ihnen hat cytogenen Charakter, besteht also aus kleinen Rundzellen und gelegentlich einem echten Lymphfollikel in den tieferen Schleimhautpartien, ferner Blut-und Lymphgefäßen in mäßiger Zahl und Größe.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1926

Authors and Affiliations

  • L. Fraenkel
    • 1
  1. 1.BreslauPolen

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