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Chirurgische Behandlung der „Nephritis” (Glomerulonephritis, Nephrose und Nephrosklerose)

  • F. Oehlecker
Chapter
Part of the Handbuch der Urologie book series (HDBUROL)

Zusammenfassung

Bei den doppelseitigen hämatogenen Nierenerkrankungen kommt ein chirurgisches Vorgehen (Dekapsulation oder Nephrotomie) nur in seltenen Ausnahmefällen in Frage. Die Indikationsstellung zu einem solchen Eingriffe ist sowohl im Lager der Internen wie auch bei den Chirurgen noch sehr umstritten. Während manche inneren Kliniker meinen, daß eine Nierendekapsulation sehr bald aus dem Heilplane der „medizinischen” Nierenerkrankungen verschwinden wird, weisen andere — ich nenne nach neueren Arbeiten nur Eppinger (Wenckebachsche Klinik) — doch dem chirurgischen Eingriff ein gewisses Feld zu. Manche Chirurgen äußern sich zu der vorliegenden Frage sehr zuversichtlich, ja optimistisch, während andere der Dekapsulation bzw. Nephrotomie mehr oder weniger skeptisch gegenüberstehen. Dieses Auseinandergehen der Ansichten ist erklärlich, wenn man berücksichtigt, daß die Erfahrung des einzelnen bei den oft so verschiedenartig liegenden Fällen im allgemeinen nicht groß sein kann, und daß das Urteil oder der Eindruck von der Wirkung eines chirurgischen Eingriffes nur von vereinzelten und oft sehr schweren, desolaten Fällen sich ableitet. Bemerkenswert ist aber, daß Chirurgen, die eine besondere Erfahrung in der Nierenchirurgie haben und die über ein verhältnismäßig großes Material verfügen, wie z. B. Kümmell, der Dekapsulation das Wort reden und sie häufiger angewandt wissen wollen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1928

Authors and Affiliations

  • F. Oehlecker
    • 1
  1. 1.HamburgGermany

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