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Primäre Rekonstruktion bei extremitätenerhaltender Resektion an der oberen Extremität

Conference paper
Part of the Langenbecks Archiv für Chirurgie book series (DTGESCHIR, volume 1988)

Zusammenfassung

Der Versuch, das therapeutische Vorgehen bei malignen Tumoren der oberen Extremität zu schematisieren, ist schwierig. Ein wichtiger Parameter ist das „Grading“, das eine enge Zusammenarbeit mit dem Pathologen erforderlich macht. Bei der Tumorresektion sollte man funktionserhaltend vorgehen, wann immer dies aus der Sicht der Radikalität möglich ist. Im übrigen muß das durch eine ausgedehnte oder ein Kompartment umfassende Resektion verlorengegangene Gewebe ersetzt werden. Dies ist leicht, wenn sich der Tumor auf die Haut beschränkt. Bei Verlust von Muskulatur oder Nervenstämmen kann primär die Funktion durch Sehnentransplantationen wiederhergestellt werden. Auch freie Muskeltransplantationen mit mikro-neuralem und mikro-vaskulärem Anschluß sind möglich, wobei man allerdings berücksichtigen muß, daß im Gegensatz zum Sehnentransfer die Funktion nach einer freien Muskelverpflanzung frühestens nach einem halben Jahr zurückkehrt. Bei der Überbrückung größerer Knochendefekte haben sich freie vaskularisierte Knochentransplantate bewährt, z. B. die Fibula, deren Einheilung so rasch wie die Heilung eines Knochenbruchs vonstatten geht. Die Grenzen der funktionserhaltenden Resektion liegen dort, wo eine adäquate Nervenregeneration nicht mehr erwartet werden darf oder wo hochgradige Gefäßveränderungen eine freie Gewebetransplantation mit Gefäßanschluß unmöglich machen. Auch ist es fraglich, ob in unserer Gesellschaft die ausgedehnte Segmentresektion akzeptiert werden würde, bei der z. B. die Hand direkt an den Oberarm transplantiert würde, nach Resektion eines tumorösen Zwischensegmentes. Nach wie vor sind die „High grade“Tumoren problematisch. Zwar kann man durch eine radikale Resektion lokale Rezidive zumeist vermeiden; trotz adjuvanter Chemo- und Radiotherapie ist die Gefahr der Metastasierung bei diesen Tumoren jedoch sehr hoch und führt fast immer zum Tode.

Schlüsselwörter

Tumorresektion obere Extremität Rekonstruktion freie Gewebstransplantation 

Primary Reconstruction in Limb-Preserving Resection of the Upper Extremity

Summary

The treatment of malignant tumors of the upper extremity cannot be standardized. Histological grading is of great importance and requires cooperation with a pathologist. During tumor resection basic function should be preserved whenever possible but without restricting radical surgery. In extensive or compartmental resections, tissue that is essential for function must be replaced. For skin coverage any classic or modern method of plastic surgery can be applied. Musculature can be replaced by primary tendon transfer. In extensive resections free muscle transfer with micro-vascular and micro-neural connection can restore function. In contrast to tendon transfer, this latter method takes 6 to 12 months. In the upper extremity, even large segments of bone can be replaced by free vascularized fibula transfers, thus providing rapid bone healing comparable to fracture healing. Reconstruction is limited when adequate nerve regeneration cannot be expected or microvascular anastomosis cannot be accomplished due to vascular disease. Segmental resection of the extremity, i.e. replantation of the hand to the upper arm after resection of the tumor-bearing segment would probably not be accepted for social aspects. High-grade tumors of the hands have a poor prognosis: Although radical resection can prevent local recurrencies as a rule, metastases almost always lead to death despite intensive adjuvant chemo- and radiotherapy.

Key words

Malignant tumors upper extremity reconstruction free microvascular tissue transplantation 

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1988

Authors and Affiliations

  • U. Lanz
    • 1
  1. 1.Abteilung für HandchirurgieChirurgische Universitäts-Klinik WürzburgWürzburgDeutschland

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