Advertisement

Dorf pp 62-68 | Cite as

Filmwissenschaft

  • Susanne Marschall
Chapter

Zusammenfassung

Im Dorf als filmischem Schauplatz treffen Intimität und narrative Dichte des Kammerspiels auf räumliche Weite und regionale Eigenheiten von Landschaften, die entweder aufgrund ihres bloßen Schauwerts oder als symbolisch aufgeladene Kulisse zum Einsatz kommen können. Zu den Eigenheiten von filmischen Dorfgeschichten gehören typischerweise die Dialekte und Soziolekte der handelnden Figuren, die miteinander verwandt sind oder sich zumindest schon ein Leben lang kennen. Dörfliche Figurenkonstellationen werden häufig durch uralte Freund- oder erbitterte Feindschaften bestimmt und sind darüber hinaus durch ein enges Zusammenleben zwischen den Generationen sowie zwischen Menschen und Tieren geprägt. Im Zentrum vieler Filme, die auf dem Dorf spielen, stehen Konflikte, die aus der Kollision zwischen traditionellen und modernen Lebensformen entstehen, oder – wie verstärkt in jüngster Zeit – zwischen den tendenziell fremdenfeindlich eingestellten Alteingesessenen und Migranten aus aller Welt. In diesen Culture Clash-Geschichten dreht sich alles um die eigene kulturelle Identität und die Anderen, deren bloße Anwesenheit dieses instabile Konstrukt gefährdet. Im Gegenzug zur Abschottung nach außen entfachen sich dann auch die inneren Konflikte neu und die filmdramaturgisch choreografierte Transformation des Dorfes beginnt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Susanne Marschall
    • 1
  1. 1.TübingenDeutschland

Personalised recommendations