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Dorf pp 55-61 | Cite as

Literaturwissenschaft

  • Werner Nell
  • Marc Weiland
Chapter

Zusammenfassung

Die Literaturwissenschaft hat das Dorf wieder neu für sich entdeckt. Dabei bezieht sie sich nicht mehr nur auf die damit verbundene ›klassische‹ literarische Gattung – die Mitte des 19. Jh.s entstandene und in unterschiedlichen historischen Konjunkturen immer wieder aufgenommene Dorfgeschichte –, sondern untersucht genre- und medienübergreifend Imaginationen und Narrative des Dörflichen; und zwar auch in ihren Beziehungen auf und Verschränkungen mit dem Urbanen. Dieser Trend ist auch im Kontext zeitgenössischer gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Entwicklungen zu sehen: etwa der Konjunktur neuer Ländlichkeit im 21. Jh., der Fokussierung kultureller Repräsentations- und Produktionsweisen von Räumen oder der weiterhin zunehmenden Urbanisierung menschlicher Lebenswelten mitsamt der verbreiteten Wahrnehmung, dass Dorf und Dörflichkeit im Verschwinden begriffen oder aber bereits verschwunden seien. Gerade die These wie auch der Topos des Verschwindens der Dörfer ist freilich seit Beginn der Industrialisierung und damit bereits über zwei Jahrhunderte hinweg in verschiedenen historischen und kulturellen Kontexten beobachtbar (Williams 2011, 9 ff.). Mit ihnen wird immer wieder auch die Aufnahme, Reflexion und Gestaltung der Problematik in verschiedenen Künsten, Medien und Wissenschaften initiiert – was schließlich in einer dialektischen Bewegung auch ein erneutes Erscheinen des Dörflichen im kulturell Imaginären erzeugt (Ehrler/Weiland 2018).

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Werner Nell
    • 1
  • Marc Weiland
    • 2
  1. 1.HalleDeutschland
  2. 2.HalleDeutschland

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