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Handbuch Sound pp 344-347 | Cite as

Noten

  • Nils Grosch
Chapter

Notierte Musik klingt nicht; sie ist nicht hörbar. Dennoch ist die Notation von Musik ganz wesentlich von dem Impuls getragen, Klangliches zu speichern und reproduzierbar zu halten. Die Transformation von Klang in Musiknotation wird primär als ein Vorgang verstanden, der vor allem durch Komplexitätsreduktion gekennzeichnet ist. So meinte der Komponist Brian Ferneyhough : »[N]o notation [...] can presume to record information encompassing all aspects of the sonic phenomenon for which it stands« (1998, 3).

Tatsächlich stellen Musiknoten im Kontext vielschichtiger, auch von schriftlosen Kanälen geprägter kommunikativer Systeme meist nur einen Teil komplexer klanglicher Realisation und Speicherung dar. So dienten beispielsweise die seit dem 9. Jahrhundert in West- und Mitteleuropa nachweisbaren Neumen ganz wesentlich als eine Gedächtnisstütze im Kontext musikalischer Aufführung und Weitergabe, zugleich als Speichermedium, um den in Raum und Zeit befangenen Klangcharakter über den Moment...

Literatur

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Authors and Affiliations

  1. 1.SalzburgÖsterreich

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