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Autobiographie

  • Martin Huber
  • Manfred Mittermayer

Zusammenfassung

Schon lange vor dem Erscheinen der ersten dezidiert autobiographischen Erzählung widmet sich Bernhard in seinem Werk der Erforschung der Herkunftsbedingungen seiner Figuren. Im Debütroman Frost (1963) heißt es: »Wenn man nachforscht, kommt man bei jedem Menschen auf alle Ursachen« (W 1, 157), freilich schon da unter der einschränkenden Prämisse, dass man »natürlich nicht alles in Erfahrung bringen« (156) könne. Konrad im Kalkwerk (1970) meint noch viel skeptischer, die »sogenannte heute doch recht mißbrauchte weil mißverstandene Ursachenforschung« fördere doch »immer nur eine Ersatzursache« zutage (W 3, 148). Und in den Papieren Karls aus Ungenach (1968) wird die Einsicht festgehalten, dass man sich dem eigenen Herkunftsbereich, den es »nicht mehr gibt, in Wirklichkeit nie gegeben hat«, immer nur »nach und nach [...] rekonstruierend« (W 12, 49) nähern könne – eine Einsicht, die als Zweifel an der adäquaten Darstellbarkeit des eigenen Lebens in den den Erzählfluss unterbrechenden und strukturierenden reflexiven Passagen der autobiographischen Pentalogie wiederkehren wird.

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Literatur

  1. Bernhard, Thomas/Unseld, Siegfried: Der Briefwechsel. Hg. von Raimund Fellinger/Martin Huber/Julia Ketterer. Frankfurt a. M. 2009.Google Scholar
  2. Hennetmair, Karl Ignaz: Ein Jahr mit Thomas Bernhard. Das versiegelte Tagebuch 1972. Salzburg/Wien 2000.Google Scholar
  3. Schmied, Wieland: Auersbergers wahre Geschichte und andere Texte über Thomas Bernhard. Ein Alphabet. Weitra o. J. [2014].Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Martin Huber
    • 1
  • Manfred Mittermayer
    • 2
  1. 1.KölnDeutschland
  2. 2.Universität SalzburgSalzburgAustria

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