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13 Auslöschung. Ein Zerfall

  • Andreas Gößling

Zusammenfassung

Auslöschung. Ein Zerfall, 1986 erschienen, ist Bernhards umfangreichstes veröffentlichtes Prosawerk und bewusst als »Opus magnum« angelegt. Der Autor hat den Roman bereits seit 1971 geplant (vgl. Komm. W 9, 511 ff.); mehrfach verschiebt er die Arbeit an diesem Projekt, da sich sein Produktionsschwerpunkt während der 1970er Jahre von der Prosa zunehmend auf autobiographische Texte und Theaterstücke verlagert. Unter dem Arbeitstitel »Die Unruhe« wird der Roman vom Suhrkamp Verlag bis 1978 wiederholt zur alsbaldigen Publikation eingeplant (vgl. 513). Doch entgegen Bernhards fintenreichen Suggestionen im Briefwechsel mit Siegfried Unseld, mit denen er die Verzögerungen zu motivieren sucht, ist das Manuskript in der Hauptsache wohl erst zwischen Januar 1981 und Mai 1982 entstanden, möglicherweise »in einer Zeit von alles in allem weniger als sechs Monaten« (522). Die Traumerzählung um Maria und Eisenberg (s. u.) wurde erst »während der Arbeit am letzten Drittel des Typoskripts eingefügt« (523), der Name der Hauptfigur bei der Schlusskorrektur von »Pöttinger« zu »Murau« verändert (vgl. 536).

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Authors and Affiliations

  • Andreas Gößling
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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